Bild: Paul Zinken/dpa
Wir haben nachgefragt – hier sind drei Perspektiven auf die Aktion.

Beim Christopher Street Day in Essen hat die Polizei Demo-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern offenbar das Tragen von Fetischmasken verboten. Besonders die sogenannten "Petplayer" gerieten ins Visier der Polizei. Das bestätigte die Polizei Essen im Gespräch mit bento.

Warum mussten die CSD-Teilnehmer in Essen ihre Masken abnehmen?

Die Pressesprecherin der Polizei Essen sagte:

"In Deutschland besteht bei Demonstrationen ein Vermummungsverbot, dies ist auch von der Polizei durchzusetzen, weil es ansonsten eine Straftat wäre. Das war aber auch von Beginn an mit dem Veranstalter in den Auflagen so vereinbart."

Betroffen waren demnach rund 15 Teilnehmer. Diese zogen ihre Masken ab und trugen sie von diesem Moment an nur bis zur Stirn.

Rund 15 Teilnehmer wurden aufgefordert, ihre Fetischmasken abzunehmen(Bild: Dietrich Dettmann)

Müssten die Teilnehmer von Karnevalsumzügen dann nicht auch ihre Kostüme ausziehen?

Nein. Laut Polizei Essen gelten bei traditionellen Volksfesten wie dem Kölner Karneval Ausnahmen vom Vermummungsverbot. Diese sind dann von Beginn vom Veranstalter gefordert und von der Polizei akzeptiert, da nicht davon ausgegangen wird, dass die Verkleidung Straftaten kaschieren soll oder die Täter unkenntlich macht. Anders ist dies zum Beispiel bei Fußballspielen oder bei brisanten Großdemos wie dem G20 Gipfel in Hamburg. Hier kann davon ausgegangen werden, dass die Vermummung vor Strafverfolgung schützen soll.

Beim CSD war ebenfalls keine Gewalt zu erwarten. Bei ähnlichen Veranstaltung in Hamburg oder München durften die Petplayer ebenfalls mit "Vermummung" teilnehmen.

Der Veranstalter des Straßenfestes des CSD in Essen, Dietrich Dettmann, nimmt es locker. Im Gespräch mit bento vermutet er:

"Vielleicht ist die Polizei hier in der Provinz ein bisschen überfordert gewesen, weil sie so etwas noch nie gesehen hat.
Dietrich Dettmann
Rund 2.500 Menschen feierten in Essen den Christopher Street Day(Bild: Dietrich Dettmann)

Wie reagierten die CSD-Verantwortlichen auf den Zwischenfall?

Für Markus Willeke, Geschäftsführer der Essener Aids-Hilfe und Veranstalter der Demonstration war die Aufregung völlig unbegründet. Auf Anfrage von bento sagte Willeke, die Polizei sei auf ihn zugekommen und habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass bei einer Demo das Vermummungsverbot gilt. "Wir hatten das gar nicht auf dem Schirm, dass Leute aus dem Fetischbereich auch als vermummt gelten. Wir haben dann kurz mit den Personen gesprochen und dann war die Aktion auch schnell geklärt. Es gab keine Auseinandersetzung und auch keine Androhung von Platzverboten."

Zuvor hatte der Bundessprecher der Arbeitsgemeinschaft Linke.queer, Frank Laubenburg, behauptet, dass die Polizei den Teilnehmern mit Platzverweisen und Strafverfolgung gedroht habe, falls sie sich weigern sollten, die Masken abzusetzen.

Willeke widerspricht dieser Darstellung. Entscheidend sei, dass die Veranstaltung als Demonstration angemeldet war und einen politischen Hintergrund hatte. Insofern gehe das Vermummungsverbot auch völlig in Ordnung.

Die CSD-Demo fand in Essen zum siebten Mal statt. Im nächsten Jahr werde er auch das Thema Petplayer im Vorfels ansprechen, um eine Lösung mit der Polizei zu finden, so der Veranstalter.


Haha

Hier jagt ein Feng-Shui-Meister auf dem Fahrrad Pokémon – mit neun Handys gleichzeitig
Drei Zitate zeigen, wie dieser Mann drauf ist.

Manche Menschen leben ihre Leidenschaft. Zum Beispiel Chen San-yuan aus Taiwan. Der 70-Jährige ist ein leidenschaftlicher "Pokémon Go"-Spieler – und jagt mit neun auf sein Fahrrad montierten Handys gleichzeitig.

Das beeindruckendste an ihm ist aber, mit wie viel Liebe er von diesem Spiel spricht.