Wir wissen das ja eigentlich schon immer: Coca Cola ist ungesund und besteht eigentlich nur aus Zucker. Aber es gibt ja Alternativen: "Coca Cola Light" und "Zero"– und seit zwei Jahren auch "Coca Cola Life". 

Die Sorte enthält weniger Zucker, sie wird mit der Stevia-Pflanze gesüßt. Die Dosen und Flaschen fallen im Kühlregal sofort auf, weil ihr Schriftzug nicht rot sondern weiß ist. Und weil Etikett und Dosen grün sind. 

Das wirkt natürlicher und gesünder. Coca Cola erhoffte sich dadurch auch ein "grüneres" Image. Durch das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Menschen wird das für viele Lebensmittelunternehmen immer wichtiger ("Die Zeit").

Nur hat das überhaupt nicht funktioniert. In einigen Ländern wird die Sorte daher bald nicht mehr verkauft.

In Australien und Großbritannien schafft Coca Cola die Sorte komplett ab. In Deutschland soll sie aus Restaurants und Kiosken verschwinden. Übrig bleiben 1-Liter- und 1,5-Liter-Flaschen in Supermärkten. Offenbar hat das Konzept nicht genug Menschen überzeugt.

Es könnte daran liegen, dass Coca Cola sein Getränk allein mit der Farbwahl überverkauft hat: So grün und gesund ist Coca Cola Life nämlich gar nicht. 
  • Nur etwa ein Drittel weniger Zucker als eine normale Coca Cola hatte die Alternativ-Brause anfangs. Übersetzt sind das: 11 statt 18 Würfel Zucker pro halber Liter. Später reduzierte das Unternehmen die Zuckermenge auf die Hälfte des herkömmlichen Getränks, aber den Ruf als Schwindelcola hatte es da wahrscheinlich schon weg.
  • Auch der Süßstoff der Stevia-Pflanze ist umstritten. Verbraucherschützer kritisieren, dass er so stark verarbeitet sei, dass er mit einem natürlichen Pflanzenstoff nichts mehr zu tun habe ("Handelsblatt"). Der Stoff soll außerdem einen sehr bitteren Geschmack haben.
  • Lange Zeit war Stevia außerdem in Europa verboten, weil Studien Hinweise auf krebserregende und fruchtbarkeitshemmende Wirkungen gaben. Mittlerweile ist der Süßstoff weiter verbreitet, als Zuckeralternative konnte er sich aber nicht etablieren ("Tagesspiegel").

"Coca-Cola war und ist kein per se gesundes Getränk, genauso wenig wie McDonald’s für gesunde Ernährung steht", sagt Karsten Kilian. Er ist Professor für Marken- und Medienmanagement an der Uni Würzburg. Coca-Cola stehe für Erfrischungsgetränke, die uns positiv stimmten, wobei die Zuckerzufuhr und der damit verbundene Geschmack einen Teil des Erfolges ausmachten. "Ansonsten wären heute alle Colas Light oder Zero – oder eben Life."

Auch Smoothies enthalten viel Zucker. Darüber kannst du hier mehr lesen:

Vielleicht war für das Nischenprodukt aber auch einfach keine Nische frei.

Coca Cola bewarb seine "Life"-Sorte als zucker- und kalorienarm. Aber dafür gibt es doch Coke Light und Zero? Die eine Sorte bewirbt der Konzern als zuckerfrei, die andere als kalorienfrei. Als Konsument könnte man sich also fragen: Wozu noch ein Produkt dazwischen? Und dann soll der Geschmack durch den Stevia-Stoff auch stärker von der eigentlichen Cola-Note abweichen, als die beiden Alternativen Light und Zero. 

Alles in allem scheint die grüne Idee nur wenige überzeugt zu haben. In Melbourne kauften Mitarbeiter eines Supermarktes die grüne Alternative nicht mal zu einem Mitarbeiterpreis von 20 Cent ("The new Daily").

Den meisten Umsatz macht übrigens immer noch die klassische Coke – in Deutschland sind das 40 Prozent. Insgesamt aber kämpft das Unternehmen weltweit mit Umsatzschwund. 

Die Deutschlandchefin Bianca Bourbon will daher künftig in großem Stil in Tees, Kaffeegetränke, Kokosnusswasser und vor allem Bio- und Zero-Limonaden investieren – allerdings unter anderen Markennamen ("FAZ").


Food

Zurück in die Flasche: Mit dem Urin von Festivalbesuchern wird jetzt Bier hergestellt

Einen Hopfen-Smoothie, bitte: eiskalt serviert mit einem Schuss Urin und viel Gerste. Moment mal – Urin?! 

Eine dänische Brauerei hat sich jetzt etwas ganz innovatives einfallen lassen: 

Bier aus Pisse. 

Die Hauptzutat, Brau-Gerste, wurde mit dem nährstoffreichem Stoff gedüngt. Der Vorteil: Der Urin wurde von glücklichen Festivalgängern gewonnen und ist 100% Öko!