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Vier Fragen, vier Antworten

Herkömmliches Wasser, siebenmal so teuer: "Glacéau Smartwater" von Coca-Cola gewinnt den Goldenen Windbeutel. Organisator Foodwatch spricht von "Abzocke" - und appelliert an Einzelhändler, es aus dem Sortiment zu nehmen.

Wie wird der Goldene Windbeutel vergeben?

Der Goldene Windbeutel von Foodwatch geht 2018 an Coca-Cola. In einer Online-Abstimmung sprachen sich 30,5 Prozent der fast 70.000 Teilnehmer dafür aus, dem "Glacéau Smartwater" den Schmähpreis zu verleihen, teilte Foodwatch mit.

Zur "dreistesten Werbelüge des Jahres" macht das Wasser aus Sicht von Foodwatch, dass es nicht besser sei als herkömmliches Wasser, jedoch bis zu siebenmal so teuer. Das Bearbeitungsverfahren des Wassers sei "hanebüchen", weil es "wissenschaftlich klingt, aber völlig unsinnig ist", sagte Sophie Unger von Foodwatch. Die Verbraucherorganisation appellierte an Einzelhändler, das "Smartwater" aus dem Sortiment zu nehmen.

Warum ist das Wasser so eine Abzocke?

Für die Herstellung von "Glacéau Smartwater" wird Wasser zuerst verdampft und anschließend wieder eingefangen. Verloren gegangene Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt.

Der Hersteller verspricht, "inspiriert von den Wolken, die aus Wasserverdampfung und Kondensation entstehen", einen besonders "frischen und klaren" Geschmack. Kritik weist Coca-Cola zurück: Deklaration und Kennzeichnung seien transparent und entsprächen der Lebensmittelverordnung.

Was sagt Coca Cola zu den Vorwürfen?

Das Unternehmen wirft Foodwatch vor, den Coca-Cola-Konzern nur aus PR-Gründen zu nominieren, um der Preisverleihung Aufmerksamkeit zu verschaffen. "Der Erfolg des Wassers bei vielen Verbrauchern zeigt, dass das Produkt mit seinem besonderen Geschmack ankommt", heißt es vom Konzern.

Welche Produkte wurden ansonsten ausgezeichnet?

Außer dem Wasser standen vier weitere Produkte zur Auswahl, denen Foodwatch irreführende Werbung vorwirft. Der zweite Platz ging an den "Kids Tomato Ketchup" der Marke Heinz. Das speziell für Kinder beworbene Produkt kostet bis zu 40 Prozent mehr als das Produkt für Erwachsene - bei gleichen Inhaltsstoffen. Die Weltgesundheitsorganisation rät grundsätzlich davon ab, gezuckerte Ketchups wie diesen für Kinder zu bewerben.

Die Kritik an der Preisgestaltung kann die Firma Heinz nach eigener Aussage durchaus verstehen. Diese gestalte jedoch der Handel selbst, so das Unternehmen. Die Kritik am Zuckergehalt des Produktes weist Heinz zurück, da es sich bei dem Ketchup um ein um 50 Prozent zuckerreduziertes Produkt handele.

Foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel dieses Jahr zum achten Mal. In der Vergangenheit wurden in der Mehrheit Produkte ausgezeichnet, die für Kinder beworben wurden, darunter der Zott Monte Drink von Zott (2010) und ein Instant-Tee von Hipp (2012). Im vergangenen Jahr ging der Negativpreis bereits zum zweiten Mal an Alete – für einen gezuckerten "Kinderkeks", der für Säuglinge ab dem achten Monat beworben wurde.

Diese Produkte belegten die ersten Plätze:

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Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Grün

"Die Regierenden haben versagt" – eine 15-Jährige hat beim Klimagipfel die Politiker attackiert

Zu Beginn der Weltklimakonferenz in Katowice durfte neben den Politikern auch die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg zu den Gästen sprechen. Sie nutzte ihren Auftritt, um den Politikern ordentlich in den symbolischen Hintern zu treten, berichtet die "Deutsche Welle".

Was war da los?

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Die Schwedin ist bekannt für ihren Einsatz für den Klimaschutz. Schon seit vielen Wochen geht sie freitags nicht mehr in die Schule, um vor dem schwedischen Parlament zu demonstrieren.