Bild: Oliver Berg/dpa
Aber ein bisschen dabei sein will sie dann doch.

Der Christopher Street Day (CSD) ist bekannt dafür, schrill, bunt und alles andere als konventionell zu sein. Auf dem Demozug der LGBT-Gemeinschaft, der in vielen verschiedenen Städten weltweit stattfindet, soll sich jeder ausleben können – egal, wie anders er zu sein scheinen mag.

In diesem Jahr will das auch die Evangelische Kirche unterstützen. Zum ersten Mal nimmt die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) – genauer deren Berliner Ableger – mit einem eigenen Wagen an der großen Demo teil.

Das Motto des Festwagens lautet "Trau Dich!" und soll Werbung für kirchliche Hochzeiten machen. In Berlin und Brandenburg können sich gleichgeschlechtliche Paare seit dem 1. Juli 2016 kirchlich trauen lassen. 

Aber das ist nicht alles: Eigentlich wollte die Landeskirche auch Kondome und Gleitgel verteilen.

So feierten Menschen den Christopher Street Day 2016 in Berlin:

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Passend zum "Lutherjahr" – dem 500. Jubiläum des Reformationstages – sollten auf den Verpackungen Sprüche in Anlehnung an Luthers Lehre stehen. Beispielsweise: "Für Huren* und Heilige*.“ Die Sternchen stehen für die verschiedenen Geschlechtsidentitäten. (taz)

Allerdings ist diese Idee schon wieder verworfen worden: Die Botschaft solle sich stärker auf die "Trauung für alle" konzentrieren, sagte Bertold Höcker vom Kirchenkreis Stadtmitte. (rbb)

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass eine solche Aktion geplant und dann zerschlagen wurde: Im Rheinland stoppte die Evangelische Kirche erst im März ein ähnliches Vorhaben der Düsseldorfer Jugendkirche, die zum 500. Reformationstag Kondome verteilen wollte. Auch darauf geschrieben waren Sprüche Martin Luthers. Die Landeskirche fand das zur Jugendarbeit höchst ungeeignet. (SPIEGEL ONLINE)

Auch zu Fragen der Homosexualität geht die Haltung der evangelischen Landeskirchen noch auseinander:
  • In manchen Landeskirchen, beispielsweise in Bayern oder Sachsen, muss sich die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare von einer heterosexuellen Trauung unterscheiden – meistens bedeutet das, dass sie privat und ohne öffentlichen Trau-Gottesdienst stattfindet. (BR)
  • In den meisten Bundesländern können sich Pfarrerinnen und Pfarrer zudem weigern, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. (Evangelisch.de)
Mehr zu Kirche und Homosexualität:


Gerechtigkeit

Was wir von "The Keepers" über den Umgang mit Missbrauch lernen können

"Warum hast du nicht schon früher etwas gesagt?"
"Was hast du denn auch zu der Zeit an diesem Ort gemacht?" 
"Hast du dich auch gewehrt?"

Missbrauch ist immer ein schreckliches Thema. Und auf das erste Trauma, den Missbrauch selbst, folgt oft ein zweites: Wenn dem Opfer niemand glaubt. Oder schlimmer: bei ihm die Schuld sucht. Wenn die Fragen, die gestellt werden, immer nur um das Opfer kreisen und wenig um den Täter.

Trauen sich die Opfer trotzdem, vor Gericht zu ziehen, ist die erste Frage meist: Sind sie glaubwürdig? 

Weshalb viele ihre Geschichte für sich behalten - oder aufgeben, nachdem sie vergeblich angerannt sind, gegen die Institutionen und den Unglauben ihrer Umgebung, es gibt viele, die fürchten, das schreiende Unrecht mit ins Grab nehmen zu müssen.

Um solche Menschen geht es auch in der True-Crime-Serie "The Keepers" von Netflix. Hier der Trailer: