Bild: dpa/Hendrik Schmidt
Zwei Fragen und zwei Antworten zum Angriff auf das Restaurant

Chemnitz kommt auch Wochen nach den rechten Demonstrationen einfach nicht zur Ruhe. Nachdem am Abend des 27. August, dem zweiten Tag der Demonstrationen, das koschere Restaurant "Schalom" von etwa einem Dutzend schwarz gekleideter Vermummter angegriffen wurde, gab es wenige Zeit später einen Angriff auf ein persisches Restaurant. Am Donnerstag traf es ein türkisches Restaurant.

Was ist passiert?

  • In der Nacht zu Donnerstag sollen Unbekannte ein Feuer gelegt haben.
  • 17 Anwohnerinnen und Anwohner des angrenzenden Mehrfamilienhauses mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen, Verletzte gab es jedoch keine.
  • Der entstandene Schaden wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. (MDR)

Wie geht es weiter?

Wie die Polizei mitteilte, soll der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen haben, da ein fremdenfeindliches Motiv nicht auszuschließen sei. In Chemnitz kam es in den vergangenen Wochen mehrfach zu Angriffen auf ausländische Restaurants. Erst Anfang Oktober wurde der Inhaber eines persischen Lokals von Unbekannten angegriffen und verletzt

Sachsens Innenminister verurteilt die Tat.

Der Brandanschlag sei verabscheuungswürdig, sagte Roland Wöller. Er sei froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Es solle nun geprüft werden, ob Zusammenhänge in Bezug auf die Übergriffe und die Anschläge auf das jüdische Restaurant "Schalom" oder das persische Restaurant "Safran" bestehen könnten.


Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Radfahrer sollen Falschparker im Internet anprangern
Notwehr oder Methoden wie im Mittelalter? Wir haben mal nachgefragt, was das soll.

Du bist mit dem Rad auf dem Weg zur Uni oder zur Arbeit. Die Stadt hat da gerade erst diesen wunderbaren Radweg auf die Fahrbahn gemalt – nur ist der jetzt blockiert: von einem Auto, dessen Fahrerin oder Fahrer "nur mal schnell was erledigen" will.

Dem radfahrenden Menschen bleibt dann nichts anderes übrig, als sich durchzuschlängeln und vorbeizuquetschen. Eine Situation, die nicht nur nervt, sondern auch gefährlich sein kann. Türen werden aufgerissen, Autos fahren plötzlich an. Die schützende Wirkung des Radweges ist dahin.

Der ADFC, einer der größten deutschen Fahrradclubs, hat in Hamburg nun eine Kampagne gestartet, die Radwege hindernisfrei machen soll. Sie heißt #radwegparker – und stößt nicht nur auf Gegenliebe.

Die Kampagne besteht aus drei Teilen. Der erste sind große Plakatwände, die daran erinnern: "Zugeparkte Radfahrstreifen gefährden Menschen".

Der zweite sind die "Denkzettel"; symbolische Strafzettel, die der ADFC an Hamburger Radfahrerinnen und Radfahrer austeilt, damit die sie falsch geparkten Autos hinter die Windschutzscheibe klemmen können.