Bild: Ralf Hirschberger/dpa
Zwei Fragen, zwei Antworten

Seit wenigen Tagen kursierte der Haftbefehl gegen die beiden Tatverdächtigen, die am Sonntag einen 35-Jährigen erstochen haben sollen. Ein Justizbeamter hat ihn nach eigenen Angaben verbreitet. Der Mann wurde nach Angaben des sächsischen Justizministeriums mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert.

Was war passiert?

Das Dokument wurde von verschiedenen Seiten veröffentlicht, unter anderem bei "Pro Chemnitz", einem AfD-Kreisverband sowie Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann. Bei manchen war es teilweise geschwärzt, der Haftbefehl war aber auch mit der vollen Anschrift mindestens eines Tatverdächtigen online zu sehen. 

Am Sonntag war in Chemnitz ein 35-jähriger Deutscher durch Messerstiche getötet worden. Ein 22 Jahre alter Iraker und ein 23-jähriger Syrer sitzen als Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Nach der Tat zogen überwiegend rechte Demonstranten durch die Stadt, hetzten gegen Ausländer, einige wurden sogar angegriffen.

Wer ist der JVA-Beamte?

Das Justizministerium teilte mit, es seien zahlreiche Objekte dursucht worden. Die Ermittlungen hätten sich bald auf die Justizvollzugsanstalt Dresden konzentriert. Offenbar wurde der Druck auf den "betroffenen Bediensteten derart hoch", dass er sich jetzt stellte, sagte der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow am Donnerstag. 

Gegenüber "Bild" sagte der JVA-Beamte, er habe den Haftbefehl abfotografiert und weitergegeben, weil er wollte, "dass die Wahrheit ans Licht kommt". Den Konsequenzen seines Handelns sei er sich in dem Moment nicht bewusst gewesen. Das Dokument habe er unter anderem an Freunde des Opfers sowie auch an rechte Wählervereinigung "Pro Chemnitz" verschickt.

Das Justizministerium teilte mit, dass neben der Suspendierung über weitere Maßnahmen gegen den Mann nach Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen entschieden werden soll.  

Mit Material von dpa


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