Was wir bisher wissen...

Yousif A. wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Er wurde vor gut drei Wochen wegen der mutmaßlichen Tötung des 35-jährigen Deutschen Daniel H. in Chemnitz festgenommen. Sein Rechtsanwalt teilte am Dienstag auf seiner Internetseite die Freilassung seines Mandanten mit. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Haftentlassung gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Warum wird der Tatverdächtige aus der Haft entlassen?

Nach einem Haftprüfungstermin habe das Amtsgericht Chemnitz heute den Haftbefehl gegen den 22-Jährigen aufgehoben, sagte dessen Rechtsanwalt. 

Sein Mandant Yousif A. habe "ohne jeden Tatverdacht" mehr als drei Wochen in Untersuchungshaft verbringen müssen. Der Anwalt schreibt auf seiner Seite, dass

  • kein Zeuge eine Tatbeteiligung von Yousif A. bestätigte,
  • er von Zeugen auf Lichtbildern nicht identifiziert werden konnte und
  • am gefundenen Messer keine Fingerabdrücke seines Mandanten waren.

Der 22- und ein 23-Jähriger wurden kurz nach der tödlichen Messerattacke auf Daniel H. am 26. August in der Nähe des Tatorts festgenommen. Als weiterer Tatverdächtiger wird ein 22-Jähriger mit Haftbefehl gesucht. Nach ihm wird international gefahndet. Der Tatvorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Totschlag.

Der Anwalt von Yousif A. hatte bereits vergangene Woche zu SPIEGEL ONLINE gesagt, sein Mandant sei vor allem verhaftet worden, weil er nach der Tat vor den Polizisten zunächst weggelaufen war. Ihm zufolge gibt es mindestens einen Zeugen, der Yousif A. explizit entlastet. Dieser habe bei der Auseinandersetzung, die für Daniel H. tödlich endete, mehrere Meter abseits gestanden.

Was war daraufhin in Chemnitz los?

Im Anschluss an das Gewaltverbrechen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes war es mehrfach zu Demonstrationen von rechten Kräften und fremdenfeindlichen Übergriffen gekommen. An den Kundgebungen gegen die Migrationspolitik der Bundesregierung hatten auch Rechtsradikale aus dem gesamten Bundesgebiet teilgenommen.

Gegen mehrere Personen laufen Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zwei Männer sind wegen des Zeigens des Hitlergrußes bereits zu fünf Monaten Haft beziehungsweise acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. 

Die Krawalle in Chemnitz hatten auch politische Folgen.

Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen sagte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung, er habe "keine belastbaren Informationen" für Hetzjagden in Chemnitz und dass ein Video, das einen Angriff auf ausländisch aussehende Menschen zeigt, nicht glaubwürdig sei. (bento)

Diese Aussage wurde stark kritisiert, SPD, Gründe und Linke forderten daraufhin Maaßens Entlassung, Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sich hinter Maaßen gestellt. 

Mit Material von dpa


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