Bild: Lecteur CharlieHebo/@CHVPSL

Ein Jahr nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo bringt die Redaktion des französischen Satiremagazins am Mittwoch eine Sonderausgabe heraus. Das Titelbild zeigt einen bärtigen Gott, bewaffnet mit einer Kalaschnikow, sein Gewand ist blutbeschmiert. "Ein Jahr danach ist der Mörder noch immer auf freiem Fuß" steht darüber.

Die Auflage der Spezialausgabe liegt bei einer Million Exemplare, davon erscheinen allein 50.000 in Deutschland, wo die Nachfrage besonders hoch ist.

Die Ausgabe zeigt mehrere Zeichnungen der getöteten Karikaturisten – Cabu, Wolinski, Charb, Tignous und Honoré – und Gastbeiträge der französischen Kulturministerin Fleur Pellerin und mehrerer namhafter Schauspieler wie Isabelle Adjani, Charlotte Gainsbourg und Juliette Binoche. Auch Intellektuelle, Schriftsteller und Musiker kommen zu Wort.

Im Editorial verteidigt Riss, der jetzige Leiter des Magazins und Zeichner, wütend Frankreichs Laizität. Er ruft dazu auf, die "durch den Koran verrohten Fanatiker" anzuprangern und die "Arschfrommen anderer Religionen", die dem Magazin den Tod gewünscht haben, weil es "gewagt hatte, über Religionen zu lachen".

Vor fast einem Jahr hatten Terroristen einen Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo verübt. Bei dem Attentat am 7. Januar 2015 waren zwölf Menschen getötet worden. Riss selbst überlebte schwer verletzt.