Die Europäische Union (EU) plant ein Handelsabkommen mit Kanada – Ceta. Das soll vor allem mehr Wachstum für die Wirtschaft bringen. Doch bislang ist unklar, ob und wann es tatsächlich eingeführt wird. Diese Woche stellte sich Belgien quer, auch in Deutschland sind die Bedenken groß ("Die Zeit").

Aber was genau ist Ceta – und wo liegen die Probleme? Wir haben Justin Trudeau ein paar Erklärungen in den Mund gelegt.
Klick dich mit dem kanadischen Premier durch die Antworten:
Denn wenn der kanadische Premier etwas erklärt, ist jeder hin und weg.
Also Justin, los geht's, was bedeutet Ceta eigentlich?
"Ganz einfach: EU und Kanada treiben viel Handel miteinander. Noch gibt es einige Auflagen. Zum Beispiel müssen Zölle bezahlt werden."
"Die sollen jetzt abgeschafft werden. Das vereinfacht die Abläufe und bringt mehr Kohle."
"Noch ein Vorteil: Für Arbeitskräfte ist es einfacher, jeweils in der EU oder in Kanada zu arbeiten. Die Qualifikationen werden gegenseitig anerkannt."
"Auch Landwirte können sich freuen. Es sollen mehr Milchprodukte aus der EU nach Kanada exportiert werden. Und Schweine- und Rindfleisch in die EU importiert werden."
Das klingt erst einmal gut, Justin. Aber was sagen die Kritiker?
"Die sehen natürlich viele Nachteile."
"Sie finden, Kanada und die EU haben zu große Unterschiede bei Verbraucherschutzrechten."
"Deutsche Verbände haben Angst, dass Standards nicht eingehalten werden. So dürfen beispielsweise Rinder in Kanada mit Hormonen behandelt werden."
"In Deutschland nicht."
"Aber von allen Seiten gibt es Kritik. Foodwatch meint,...
dass die EU-Kommission zu intransparent arbeitet. Die Bürger können gar nicht durchblicken, was mit Ceta auf sie zukommt."
Aber die Kritik ist verständlich, Justin. Wie geht es jetzt weiter?
"Eigentlich müssen das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und das Kanadische Parlament das Abkommen bestätigten."
"Aber es hapert daran, wie die nationalen Parlamente in der EU involviert werden."
Danke, Justin. Darauf ein Bier.
1/12
Wie ist der Stand in Deutschland?

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist ein Befürworter von Ceta – seine Partei, die SPD, zum Großteil auch. Zunächst hatten viele das Abkommen als zu unsozial kritisiert.

Vergangene Woche gab auch das Bundesverfassungsgericht sein Okay: Deutschland könne das Abkommen unterzeichnen, wenn einige Bedingungen erfüllt werden. So muss es zum Beispiel möglich sein, nachträglich zurückzutreten (SPIEGEL ONLINE).

Jetzt noch ein mal Trudeau.

Wie geht es nun weiter mit Ceta?

Der Stichtag für die Unterzeichnung ist der 27. Oktober. Bis dahin müssen sich die Länder in der EU einigen. Gabriel ist sich sicher, dass das möglich ist. "Ich glaube nicht, dass das Abkommen scheitern kann", sagte er vor dem geplatzten Treffen der Handelsminister am Dienstag. Er gibt allerdings zu, dass man wohl noch ein paar Tage Zeit brauche, um vor allem Belgien zu überzeugen. ("Frankfurter Allgemeine Zeitung")

Auch mit den USA ist ein umstrittenes Abkommen geplant. Hier erfahrt ihr mehr dazu:

Lass uns Freunde werden!


Gerechtigkeit

Julian Assange veröffentlicht Clinton-Mails. Jetzt wurde ihm das Internet gekappt

Julian Assange ist seit Samstag vom Internet abgeschnitten. Die Regierung Ecuadors hatte Angst, dass er sich mit geheimen Veröffentlichungen zu stark in den aktuellen US-Wahlkampf einmischen würde – und hat daher den Internetzugang in der Botschaft in London erstmal gesperrt.

"Die Regierung Ecuadors vertritt den Grundsatz der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder, sie mischt sich nicht in Wahlprozesse ein, und sie unterstützt keine bestimmten Kandidaten", so das Außenministerium Ecuadors. Assange dürfe aber weiterhin in der Botschaft Asyl genießen. Gegen den WikiLeaks-Gründer gibt es einen Haftbefehl – er soll zu Vergewaltigungsvorwürfen befragt werden. Seit 2012 lebt er daher unter politischem Asyl in einem Zimmer der ecuadorianischen Botschaft in London.