Bild: Reuters/Geo Rodriguez
Die Festnahme von Cesar S. bringt den Präsidenten in Bedrängnis. Dessen Reaktion macht es nicht besser.

Die Suche nach dem Paketbomber in den USA hat ein Ende. Die Polizei hat am Freitag Cesar S. in Florida festgenommen und angeklagt. Ihm drohen 58 Jahre Haft.

Der 56-Jährige steht unter dringendem Tatverdacht, 14 Paketbomben an 12 Trump-Kritiker und Medienleute verschickt zu haben. Darunter waren ein CNN-Moderator, Barack Obama und die Clintons. Was wir bisher über Cesar S. wissen:

1 Er ist Trump-Fan

(Bild: Reuters/Geo Rodriguez)

Die Polizei nahm ihn fest, als er sich seinem weißen Van nähern wollte. Auf den hatte er Hass-Aufkleber geklebt: "Native Americans For Trump"und "CNN sucks" steht dort, man sieht Hillary Clinton mit einem Fadenkreuz über ihrem Gesicht und diverse Bilder von Donald Trump, darunter eines von Trump in heroischer Pose mit Maschinengewehr vor einer US-Flagge, im Hintergrund eine Explosion.

Auf Facbook und Twitter outete sich Cesar S. auch als Trump-Fan, er war außerdem bei den Republikanern registriert. Auf einem Bild ist er mit der "Make America Great Again"-Mütze von Donald Trump im Rahmen einer Parteiveranstaltung zu sehen.

In einem Tweet von einem Account, der S. zugerechnet wird, gratulierte er Trump zum Geburtstag: "Happy Birthday greatest President Ever Trump Trump Trump." (SPIEGEL ONLINE)

2 Er ist offenbar Rassist

Eine frühere Kollegin von dem Pizzadienst in Florida sagt: "Er war wütend. Wütend auf die Welt, wütend auf Schwarze, Juden und Schwule." Er habe sich selbst einen "white supremacist" genannt, die Gruppe von Rassisten glaubt an die Überlegenheit von Menschen mit weißer Hautfarbe, ähnlich also wie die Nazis. (CNN)

3 Er versuchte die Sache runterzuspielen

In einem ersten Verhör sagte S., die Rohrbomben seien so gebaut gewesen, dass sie niemanden hätten verletzen können. Er habe den Empfängern nicht wehtun wollen. Das FBI sieht das anders, es betont, dass die Bomben zwar selbstgebaut gewesen sein – aber es handele sich keinesfalls um Attrappen.

4 Er hat ein langes Strafregister

Er wurde wegen Betrugs- und Drogendelikten verurteilt. Außerdem nahm die Polizei ihn wegen einer Bombendrohung fest. Er hatte behauptet, er würde ein Elektrizitätswerk in die Luft sprengen, das wäre dann schlimmer "als der 11. September". (CNN)

5 Er hinterließ Spuren

Auf einer Rohrbombe, die an die demokratische Kongressabgeordnete Maxine Waters geschickt worden war, fanden die Fahnder am Donnerstag Fingerabrücke und DNA. Weil er so viele Vorstrafen hatte, konnte das FBI die Fingerabdrücke S. sofort zuordnen, der Zugriff in Florida war Formsache. (New York Times)

6 Er arbeitete wohl als Stripper und Pizzalieferfahrer

Eine feste Arbeit hatte Cesar S. offenbar nicht demnach auch nicht nach. Laut Gerichtsunterlagen gab er an, früher als Manager in einem Stripklub gearbeitet zu haben. Freunde bestätigten das der "New York Times". Außerdem sei er professioneller Wrestler und Tänzer bei den Chippendales gewesen. Laut CNN arbeitete er noch bis Januar als Fahrer bei einem Pizzalieferdienst. Offenbar lebte er in seinem Van. (New York Times)

Wie geht es jetzt weiter?

(Bild: dpa/AP/Evan Vucci)

In den USA stehen am 6. November die wichtigen Midterm-Wahlen an. Für Donald Trump ist die Festnahme seines Fans ziemlich unangenehm, schließlich hat er viele der Empfänger der Paketbomben immer wieder öffentlich beleidigt und beschimpft.

Es scheint alles andere als ausgeschlossen, dass Trumps Rethorik den Cesar S. beeinflusst haben könnte. Die Debatte über Trumps Hetze wird sich nun wohl bis zu den Wahlen hinziehen, der Präsident selbst hat sich bereits beklagt, dass die Sache schlecht für seinen Wahlkampf sei. Hillary Clinton warf Trump in einer ersten Reaktion "rücksichtslose Rhetorik" vor.

Trump wies jede Verantwortung von sich, er habe seinen Ton bereits gemäßigt (SPIEGEL ONLINE). Wenig später zog er bereits wieder über die Medien her (Vox.com).


Art

Diese Senioren zeigen, dass Altern mit Tattoos wunderschön aussehen kann
Hier erzählen sie die Geschichten hinter den Motiven.

Sie zählen zu den Entscheidungen im Leben, die man entweder für immer liebt, oder auf ewig bereut: Tattoos spalten nicht nur die Meinungen über guten Geschmack, sondern auch Generationen. Klar, dass sich die Meisten zwei mal überlegen, welches Motiv es werden soll. Dass Altern mit Tattoos aber alles andere als hässlich ist, beweist der holländische Verein GetOud mit einer eindrucksvollen Fotoserie

Die Reihe mit dem Titel „TattooAge“ portraitiert Seniorinnen und Senioren , die noch immer stolz die Tattoos aus ihrer Jugend tragen – oder sich erst vor Kurzem ihr erstes Motiv stechen lassen haben. 

Und sie zeigen uns, dass man keine Angst davor haben muss, sich Tinte unter die Haut zu jagen. 


Toos und Albertina zum Beispiel haben sich erst vor Kurzem tätowieren lassen. Ihre Tattoos geben Toos, die sich 2015 ihr erstes Motiv stechen lassen hat, die Möglichkeit, mit der Gesellschaft mitzuhalten. Sie erzählt: 

„Es ist schon schwer: Mit 80 will man noch mit den jungen Leuten mithalten, aber wie? Also habe ich mir ein Stück meiner Haare abrasiert und mir Tattoos stechen lassen.“