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Philipp Murmann ist ein anständiges CDU-Mitglied. Seit 2014 ist er der Schatzmeister der CDU, außerdem engagiert er sich ehrenamtlich in Fördervereinen und Stiftungen. Von 2009 bis 2017 saß er außerdem für die CDU im Bundestag.

Nun macht Murmann Werbung für Pornos – unfreiwillig.

Wer seine Homepage philipp-murmann.de ansteuert, bekommt keine Infos über den Politiker. Sondern das hier:

Was ist passiert?

Murmann ist nach der jüngsten Bundestagswahl als Abgeordneter ausgeschieden. Die Domain seiner Homepage hat er dabei abgegeben – sie wurde wieder frei im Netz verfügbar. 

Jemand, der Werbung für Pornos macht, hat die Adresse philipp-murmann.de daraufhin gekauft. Seitdem zeigt die einst unbescholtene Seite Sexinhalte. 

Entdeckt hatte das der Politikberater Martin Fuchs:

Es ist nicht die einzige Homepage, die für Porno-Inhalte gekapert wurde. 

Auch eine Linken-Politikerin hatte es in der Vergangenheit schon erwischt:

Fuchs sagt, das Phänomen sei nach jeder Wahl zu beobachten – drei bis vier Abgeordnete treffe es immer. Nicht nur Pornos würden so beworben, auch Shopping-Seiten seien darunter. 

Warum geschieht das so häufig? "Weil die Politiker gut vernetzt sind und ihre Seiten bei Google gut gerankt werden", sagt Fuchs. Das mache sie attraktiv. Domaingrabber holen sich also die Seiten, weil Politiker oder deren Parteien an anderen Stellen oft noch auf die alte URL verlinken. 

Ein Beispiel: Wenn ein Abgeordneter seine alte Seite abgibt, vergisst er vielleicht, den Link von seinem Twitter- oder Facebook-Profil zu entfernen. Wer den Abgeordneten über Facebook besucht und auf die URL klickt, kommt so zum neuen, unfreiwilligen Inhalt. 

Nicht immer geht es bei den neuen Inhalten um Kommerz. 

Im Januar 2016 verlor der österreichische Rechtspopulist und jetzige Vizekanzler Heinz-Christian Strache seine nicht rechtzeitig registrierte Domain hc-strache.at an politische Gegner. Eine Initiative nutzte die Seite für den Verkauf von Kopftüchern – und spendete den Erlös an die Flüchtlingshilfe. (Der Standard)


Gerechtigkeit

Trump-Berater dreht live im Fernsehen durch
Und belastet dabei Trump.

Ein ehemaliger Wahlkampfmitarbeiter von US-Präsident Donald Trump ist völlig durchgedreht – und das live im amerikanischen Fernsehen. Sam Nunberg ließ sich per Telefon bei CNN und MSNBC zuschalten und redete sich um Kopf und Kragen.

Zuvor hatte er eine Vorladung des US-Sonderermittlers Robert Mueller bekommen, Nunberg muss am Freitag vor einer Grand Jury zu erscheinen. Sonderermittler Mueller untersucht eine Einflussnahme Russlands auf die Präsidentschaftswahl und mögliche Absprachen mit dem Trump-Team. 

Nunbergs Antwort: Er werde nicht hingehen. Er werde Mueller auch keine E-Mails übergeben. "Dann soll er mich eben verhaften."