Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Drei Fragen und Antworten zur "gelebten Nachbarschaft".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Niederlande um größere Lieferungen von Cannabis gebeten. Wie der SPIEGEL berichtet, sollen die Lieferungen von medizinischem Cannabis mehr als verdoppelt werden.

Warum braucht Deutschland mehr Cannabis?

Die Lieferungen dienen ausschließlich der Versorgung von Patienten mit Medizinalhanf. Doch die Nachfrage ist deutlich größer als erwartet. Ursprünglich waren Lieferungen von 700 Kilogramm jährlich verabredet gewesen. Doch nun soll das Volumen auf 1500 Kilogramm pro Jahr erhöht werden. Dies hat Jens Spahn bereits mit seinem niederländischen Amtskollegen Hugo de Jonge abgesprochen. 

Wer bekommt das Cannabis?

Das Cannabis dient ausschließlich zur Behandlung von Patienten, die ein Rezept haben. Wenn andere Therapien nicht mehr wirken, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auf Antrag die Kosten für eine Behandlung mit "Medizinalcannabis in standardisierter Qualität", wie es offiziell heißt. 

Im Jahr 2017 haben insgesamt 20.000 Patienten in Deutschland einen Antrag auf medizinisches Cannabis gestellt, 60 Prozent der Anträge wurden bewilligt. Für die Behandlungen wurden insgesamt 1200 Kilogramm importiert.

Wie geht es jetzt weiter?

Ursprünglich war es geplant, ab 2019 in Deutschland Cannabis für den medizinischen Gebrauch selbst zu ernten. Durch einen Verfahrensfehler musste die Ausschreibung zu Lizenzierung allerdings wiederholt werden. Deshalb wird es erst ab 2020 möglich sein, deutsches Cannabis zu ernten. 

Die Zusage aus den Niederlanden wertete Spahn als "gelebte Nachbarschaft". Die Niederlande leisteten damit "einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Therapie der deutschen Patientinnen und Patienten"


Future

Schaffst du den Einstellungstest für Piloten?

Pilot oder Pilotin ist für viele ein Traumjob. Eine Riesenmaschine steuern, viel Geld verdienen und früh in Rente gehen – und vor allem: die Welt sehen. So die Idealvorstellung.