Bild: Uriel Sinai/Getty Images

Bilder von Polizisten, die verschleierte Frauen am Strand kontrollieren und Bußgeld verhängen: Diese Bilder gab es in den vergangenen Tagen. Jetzt hat das höchste französische Verwaltungsgericht das in einigen Orten eingeführte Burkini-Verbot vorerst gestoppt. (Süddeutsche)

Die Entscheidung des Staatsrates bezieht sich zunächst zwar nur auf die Stadt Villeneuve-Loubet. Das Gericht hat damit aber einen Präzedenzfall für weitere Klagen an anderen Orten geschaffen. In rund 30 Städten war ein Verbot eingeführt worden.

Wie kam es zu dem Verfahren?

Zwei Menschenrechtsgruppen hatten gegen das Burkini-Verbot geklagt. Es sei diskriminierend und verletze die Religionsfreiheit.

Welche Reaktionen gab es auf das Verbot?

In zahlreichen europäischen Städten demonstrierten Menschen gegen das Verbot und für freie Kleidungswahl. Vor allem nachdem ein Foto vom Strand in Nizza veröffentlicht wurde. Darauf stehen Polizisten neben einer verschleierten Frau und verlangen von ihr, sich zu entkleiden oder ansonsten den Strand zu verlassen.

Wie ist die Lage in Deutschland?

Ein ähnliches Verbot gibt es in Deutschland nicht. Allerdings eine Diskussion um ein Burka-Verbot. Nach einer Umfrage der ARD sind 81 Prozent der Deutschen an manchen Orten dafür.

Auf dem Bild ist eine Frau im Burkini zu sehen, allerdings nicht in Frankreich. Es zeigt eine Palästinenserin, die im Meer vor Tel Aviv badet.

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Gerechtigkeit

Polizei erklärt, wie es zu den Burkini-Bildern in Nizza kam

Hat die Polizei am Strand von Nizza die verhüllte Frau wirklich gezwungen, ihre lange Kleidung abzulegen?

Die Deutsche Welle hat bei den Behörden nachgefragt, wie es zu den Bildern kam, die seit Dienstag europaweit für eine Debatte um das französische Burkini-Verbot sorgen. Polizei und Stadtverwaltung wehren sich gegen die Darstellung, die Beamten hätten Zwang ausgeübt.