Bild: dpa / Stefan Sauer
"Heil Hitler"-Rufe, Rechtsrock und Hakenkreuz-Schmierereien.

Die Anzahl der Verdachtsfälle auf Rechtsextremismus in der Bundeswehr ist gestiegen. Der Bundeswehr-Geheimdienst geht aktuell 431 Fällen nach, vor einem Jahr lag die Zahl noch bei 275. Seit Januar 2018 sollen 23 neue Verdächtigungen hinzugekommen sein.

Das berichtet die Funke-Mediengruppe, die sich auf eine Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Parlamentsanfrage beruft.

Offiziell meldete der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, im Jahresbericht 2017 162 Fälle von Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Die Verdachtsfälle beziehen sich unter anderem auf Soldaten, die angeblich "Heil Hitler" gerufen haben, rechtsextreme Musik gehört oder Tische mit Hakenkreuzen verunstaltet haben sollen.

In einem Fall soll ein Bundeswehrsoldat gesagt haben, sie würden bei einem Mali-Einsatz "den Schwarzen die Köpfe" wegschießen. Trotz Ermittlungen wegen Volksverhetzung hatte er Zugang zu Waffen und bildete Soldaten aus. Die Ermittlungen wurden indes eingestellt. (Tagesschau)

Ulla Jelpke, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, fordert die Bundesregierung auf, zu handeln.

Laut Jelpke müsse der "braune Sumpf in der Truppe" ausgetrocknet werden.

Wer ein Hakenkreuz schmiert, muss rausfliegen, und eine Waffe darf er nicht mehr in die Hand bekommen.

Ein positives Zeichen sei es aber, dass Bundeswehrsoldaten vermehrt Bereitschaft dazu zeigen, ihre Kameraden für rechtsextreme Äußerungen zu melden, so Jelpke. 


Gerechtigkeit

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