Bild: Bundeswehr/dpa
Begegnen dir diese Plakate auch gerade an jeder Bahnstation? An jeder Bushaltestelle?
(Bild: Bundeswehr/dpa)

Nein, es handelt sich hierbei nicht um ein Werbeplakat für den nächsten Hollywood-Blockbuster mit Dwayne "The Rock" Johnson. Mit diesen Anzeigen und einer neuen YouTube-Serie will die Bundeswehr neue Soldaten rekrutieren. 

Wie das nach Vorstellung des Verteidigungsministeriums klappen soll? Mit einer Dokumentation, die wie ein Heldenepos anmutet. Dramatische Musik, nachdenkliche Soldaten in Großaufnahme, viel Staub und viele Hubschrauber.

Das ist der Trailer: 
Worum geht es in der Serie?

Die einzelnen Folgen beleuchten den Einsatz der Bundeswehr in Mali. Die Streitkräfte sollen dort im Auftrag der Vereinten Nationen für Sicherheit sorgen und friedlichen Alltag ermöglichen. Mehr als 1150 deutsche Soldaten sind in Mali stationiert. Acht von ihnen begleitete ein Kamerateam während ihres Einsatzes. (n-tv

Seit Montag werden die Folgen für sechs Wochen bei YouTube ausgestrahlt. Was die Zuschauer erwartet, deutet sich bereits in einem vierminütigen Special "Warum ist die Bundeswehr in Mali" an. Oberstleutnant Paare erklärt, warum der Einsatz dort wichtig ist. Fast täglich gebe es Anschläge, die für Instabilität sorgten. Auch der Tod zweier Bundeswehr-Soldaten im Juli wird nicht verschwiegen (Welt). 

Eine kritische Dokumentation also? Nicht wirklich. 

Denn in der nächsten Szene preist Paare die wahnsinnig gute Technik an: Drohnen, Hubschrauber. "Wir sind optimal ausgestattet", sagt der Oberstleutnant. Da könnten nicht viele anderen Nationen mithalten. Dabei war es technisches Versagen eines Helikopters, das zum Tod der Soldaten führte (SPIEGEL ONLINE).

So sieht der Einsatz in Mali aus:
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Was macht die Bundeswehr in Mali?

Die Truppe ist mit zwei Einsätzen vertreten:

  1. Die von der UNO geführte MINUSMA-Mission soll Mali stabilisieren und die Demokratie stärken. Die Bundeswehr darf sich mit bis zu 1000 Soldaten beteiligen, hat in einer Übergangsphase aktuell jedoch 1030 Soldaten vor Ort.
  2. Die von der EU geführte EUTM-Mission hilft bei der Ausbildung von malischen Soldaten. Hier darf die Bundeswehr bis zu 300 Soldaten entsenden, 134 sind derzeit entsendet.

Wie viele Soldaten die Bundeswehr nach Mali schicken kann, wird nicht von UNO und der EU definiert – sondern im Bundestag beschlossen. Im Mai wurde das Mandat für EUTM zuletzt bis 2018 verlängert. (SPIEGEL ONLINE/Bundeswehr).

Was war in Mali passiert, dass UNO und EU Hilfstruppen schicken?

Mali war eine der wenigen stabilen Demokratien in Afrika. Anfang 2012 überrannten islamistische Terroristen von Al-Qaida und Boko Haram den Norden und nahmen mehrere Orte in Besitz. Gleichzeitig rebellierten dort Wüstennomanden, die Tuareg, gegen die Regierung in Bamako.

Die Regierung bat Frankreich um Hilfe, seit 2013 sorgt die französische Armee daher mit der "Opération Serval" im Land für Stabilität. Die UNO und die EU haben weitere Nationen verpflichtet, mitzuhelfen – die Islamisten konnten zunächst zurückgedrängt werden.

Stabil ist Mali jedoch nicht: Mit Terroranschlägen sorgen die Islamisten immer wieder für Unruhen. NGO-Mitarbeiter können sich im Land nicht frei bewegen. Längst wird von einem "afrikanischen Afghanistan" gesprochen – also einem Konflikt, in dem die Hilfstruppen einfach nicht gewinnen können.

(Bild: Lokaler/bento)
Wie steht es um den Nachwuchs bei der Bundeswehr?

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundeswehr versucht, Nachwuchs über eine Webserie zu gewinnen. "Die Rekruten" dokumentierte im vergangenen Jahr den Alltag bei der Grundausbildung. Damals haben wir die Serie mit einem ehemaligen Soldaten geschaut. Sein Urteil: Vieles wirkt inszeniert, verharmlosend und Soldaten kämen wie Helden rüber. (bento)

Derzeit sind 178.641 Soldaten und Soldatinnen bei der Bundeswehr aktiv (bundeswehr.de) – weniger, als sich das Verteidigungsministerium wünscht. Seit der Wehrdienst abgeschafft wurde, wird es schwieriger, Nachwuchs zu finden. Einige Maßnahmen, um den Personalmangel zu bekämpfen: Mehr Frauen sollen Soldatinnen werden, Zeitsoldaten sollen sich für bis zu 25 Jahre verpflichten und Karrieren sollen flexibler geplant werden können. In bestimmten Bereichen – wie zum Beispiel in der IT – soll die körperliche Fitness kein Muss mehr sein. (Welt)


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