Bild: dpa/Jan Woitas

Ist das Vergabeverfahren mit dem einhergehenden Numerus Clausus im Fach Humanmedizin verfassungskonform? Nicht ganz! Das hat jetzt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden. Denn die Richter halten den NC zumindest in Teilen für verfassungswidrig. (SPIEGEL ONLINE)

Die Begründung: Das Auswahlverfahren zum Medizinstudium verletzt die Chancengleichheit der Studierenden.

Wie geht es weiter?

Bund und Länder müssen bis Ende 2019 die Auswahlkriterien neben der Abiturnote neu regeln. Unter anderem müssten zur Wahrung der Chancengleichheit Eignungsgespräche an Universitäten bundesweit in "standardisierter und strukturierte Form" stattfinden. Wie genau die Standards aussehen sollen, sagten die Richter nicht – das ist nun Aufgabe der Politik

Wir haben einen Mediziner gefragt, der schon längst so auswählt:

Und wir sind der Meinung: Es wurde längst Zeit!

Das denkt unsere Redakteurin Nadin über die Studienplatzvergabe:


Future

Weg mit dem NC! Ein Mediziner erklärt, wie man wirklich bessere Ärzte findet
"Das Abitur ist bestenfalls pseudo-objektiv."

Wer Medizin studieren will, braucht ein Top-Abitur, viel Glück im Bewerbungsverfahren und viel Zeit für lange Wartesemester. Die Studienplätze reichen hinten und vorne nicht, die Auswahl ist entsprechend streng. Ein Ärgernis, weil manch talentierter Schulabgänger keine Chance hat, und weil Zweifel daran bestehen, ob so die besten Mediziner gefunden werden.

Nun hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, das der Numerus clausus teilweise verfassungswidrig ist – also nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. 

Alternative Konzepte gibt es längst, zum Beispiel experimentieren Medizinfakultäten in Hamburg und Augsburg mit Zulassungsverfahren, bei denen der Numerus clausus nicht mehr so wichtig ist.

An der Privatuni in Witten/Herdecke arbeitet man schon lange anders: In einem aufwendigen Interview-Marathon werden Bewerber auf ihre menschliche und wissenschaftliche Eignung überprüft.