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#5kampf im Ersten

Die TV-Duelle bei ARD und ZDF

Am Montagabend haben ARD und ZDF je zwei kleine TV-Duelle gesendet. Beim ZDF trafen Vertreter von CSU, Grüne und Linke aufeinander, bei der ARD kamen noch FDP und AfD hinzu
 

  • In der ARD hieß das Format "Der Fünfkampf"
  • Die Gäste waren Sahra Wagenknecht (Linke), Alice Weidel (AfD), Christian Lindner (FDP), Cem Özdemir (Grüne) und Joachim Herrmann (CSU).
  • Moderiert wurde das Format von Sonia Mikich vom WDR und Christian Nitsche vom Bayerischen Rundfunk.

(Hier kannst du lesen, was beim anderen Duell im ZDF passierte.)

Der "Fünfkampf" war bissig, schnell – und ein richtiger Schlagabtausch.

Was gut war: Anders als beim großen TV-Duell ging es nicht nur um Flüchtlinge, sondern tatsächlich auch um andere Themen. Unter anderem Digitalisierung, Bildung, Europa.

Was schlecht war: Je mehr Menschen reden wollen, desto mehr wird sich gezofft. Zum Teil wurde es fies, immer fiel einer dem anderen ins Wort.

Was spannend war: Neben den Fragen der Moderatoren gab es eine "Nahkampf"-Runde. Dabei sollten die Kandidaten spontan eine Frage an einen anderen Kandidaten stellen. 

Das waren die wichtigsten Aussagen: 
DIGITALISIERUNG – Die AfD will einen Ausbau der Glasfasernetze, die Linke sagt, "in afrikanischen Staaten" ist das Mobilnetz besser als in Deutschland.
Die Lösung von Wagenknecht: Staatlicher Ausbau, finanziert durch die Vermögenssteuer. Das passt FDP-Politiker Lindner nicht, er will lieber private Firmen ranlassen.
BILDUNG – Grünen-Politiker Özdemir fordert, dass der Bildungserfolg von der Herkunft der Kinder abgekoppelt werden muss. Dafür brauche es "echte" Ganztagsschulen.
EUROPA – Özdemir wirft AfD und Linke vor, Anti-Europäer zu sein. AfD-Spitzenkandidatin Weidel nimmt's locker, Wagenknecht ist sauer.
INNERE SICHERHEIT – CSU und FDP wollen mehr Polizisten, CSU-Mann Herrmann zudem mehr Videoüberwachung und die Vorratsdatenspeicherung, die digitale Spuren aller Bürger abschöpft.
Die AfD hält einen Einsatz der Bundeswehr in Deutschland für nötig. Die Grünen wollen die Grundlage für Extremismus entziehen: saudische Prediger. Özdemir sagt: "Gefährder kommen nicht aus dem Nichts."
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Beim Thema Flüchtlinge hat die AfD-Spitzenpolitikerin Alice Weidel gezeigt, wie weit rechts ihre Partei wirklich ist.
  • Flüchtlinge will Weidel nach "unterschiedlicher Qualität" einstufen. In Deutschland bleiben darf nur, wer gebraucht wird.
  • Flüchtlinge sollen nur Flüchtlinge sein dürfen, wenn sie gültige Ausweispapiere mit sich führen. 
  • Das Recht auf Asyl wird aufgeweicht: Wer abgelehnt wird, darf sich kein Recht einklagen.

Außerdem behauptet Weidel, es gebe 630.000 ausreisepflichtige Flüchtlinge in Deutschland. Tatsächlich sind es nur 226.000. Hier ist der Faktencheck des WDR:

Der spannendste Moment: Sahra Wagenknecht spricht Alice Weidel auf die "handfesten Halbnazis" in der AfD an.

Die Linken-Politikerin will wissen, warum der völkische Flügel in der AfD geduldet wird. Dazu gehört unter anderem der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, die Gruppe ist nationalistisch und rechtsextrem. 

Die AfD-Spitzenkandidatin antwortet: In der AfD gebe es "28.000 Einzelfälle", man könne also von der Gesinnung Einzelner nicht auf die gesamte Partei schließen. Darüber hinaus habe die AfD das höchste "Akademisierungsniveau" aller Parteien.

Die Partei, die bei einzelnen islamistischen Attentätern regelmäßig eine ganze Religion unter Generalverdacht stellt, tut Rassisten in ihren Reihen als "Einzelfälle" ab.


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