Bild: Screenshot JU Bayern
Und gibt es auch noch zu

Es ist nicht mehr lang bis zur Bundestagswahl, rund 70 Tage sind es noch. Die Parteien überlegen sich, mit wem sie sich eine Regierung vorstellen könnten, was sie in Zukunft ganz anders machen wollen und wie sie ihre Spitzenkandidaten am besten präsentieren. 

Die Junge Union Bayern – die Jugendorganisation der CDU und CSU – hat sich jetzt einer fragwürdigen Methode bedient, um die politische Konkurrenz auszustechen. Sie erfand einen Tweet von Martin Schulz.

Darum geht es: 
Ein Screenshot des Posts der JU Bayern. Der Post wurde inzwischen gelöscht.

Unter der Überschrift "Was Martin Schulz twittert" zeigt die Junge Union (JU) noch einen echten Tweet von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. 

Doch die zweite Aussage zum Thema "Was Martin Schulz vor hat" ist schlicht erfunden und eine Lüge. 

Sie impliziert, dass die SPD vorhat – bei einem möglichen Wahlerfolg im September – mit der Linken zu regieren

Das ist zwar nicht ausgeschlossen, nur hat Schulz es nie getwittert. 

Woran erkennt man die Fälschung?

Der Tweet soll von @therealMartinSchulz stammen – einem Account, den es gar nicht gibt. Neben dem Bild und seinem Namen ist das kaum zu erkennen. 

(Bild: Screenshot)
Wie rechtfertigt sich die Junge Union?

Die findet das überhaupt nicht schlimm. "Der zweite Tweet ist ganz klar eine Überspitzung", sagte Stephan Ebner, der Geschäftsführer der JU Bayern, zu Buzzfeed News

"Das Posting von @therealMartinSchulz ist ausreichend gekennzeichnet", meint sogar ein Pressereferent der Jungen Union. Dem "Stern" sagte er, mit dieser umstrittenen Aktion wolle man darauf aufmerksam machen, dass Schulz eine Rot-Rot-Grüne (also SPD, Linke und Grünen) Koalition anstrebe, "diese Bünde die G20-Krawalle aber unterstützen bzw. sich nicht genug von ihnen abgrenzen".

Auch der Bayerische Rundfunk hatte darüber berichtet. 

Warum ist das wichtig?

Gerade in Zeiten, in denen Fake News vor allem in sozialen Netzwerken kursieren und Leser verunsichern, sollte die Jugendorganisation einer Partei ein Vorbild sein. Lügen zu erfinden, um politischen Profit daraus zu schlagen, hat nichts mit aufrichtigem Wahlkampf zu tun.

Das sehen viele Kommentatoren unter dem Posting ähnlich: 


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