Bild: dpa / Hendrik-Schmidt
Update

Freitag, 20.15 Uhr: Das Innenministerium korrigiert sich. An der Entscheidungspraxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll sich doch nichts ändern. "Alle Änderungen werden zuvor in der Koalition besprochen." Klingt ganz so, als sei der Vorstoß, syrischen Flüchtlingen den Familiennachzug zu verbieten, nicht in der Koalition abgesprochen gewesen.

Was war passiert?

Die Bundesregierung will Angehörigen von syrischen Flüchtlingen ab sofort nicht mehr erlauben, nach Deutschland nachzureisen. Das berichtet die "FAZ" unter Berufung auf einen Sprecher des Innenministeriums. Demnach soll syrischen Flüchtlinge nur noch sogenannter "subsidiärer Schutz" gewährt werden.

Diesen erhalten nur Personen, die weder Flüchtlingsstatus oder Asylstatus besitzen, denen aber in ihren Herkunftsländern bei einer Rückkehr ein ernsthafter Schaden droht. Durch die Regelung bekommen die syrischen Flüchtlinge selbst nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr.

Warum ist das wichtig?

Die Bundesregierung hatte erst gestern beschlossen, dass Flüchtlinge, die unter "subsidiärem Schutz" stehen, ihre Familien nicht nachholen dürfen. Erst jetzt wird klar, dass von der Regelung nun auch die vielen syrischen Flüchtlinge betroffen sind. Bisher war es für die allermeisten Syrer möglich, ihre Familien nachzuholen, sobald ihnen in Deutschland Asyl gewährt worden war.

Sie stehen dann bisher in der Regel unter "primärem Schutz" und bekommen auch eine Aufenthaltsgenehmigung über drei Jahre. Im August beantragten nach Angaben des BAMF 55.600 syrische Staatsbürger Asyl, berichtet die "FAZ". 38.650 wurden demnach als Flüchtling anerkannt, nur 53 erhielten subsidiären Schutz.

Auch aus ethischer Sicht dürfte die Entscheidung diskutiert werden. Zukünftig werden die meisten Syrer weiterhin hier Schutz erhalten – ihre Familien aber nur, wenn sie es aus dem Bürgerkrieg bis nach Deutschland schaffen.

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