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Spoiler: Das Thema Zuwanderung ist nicht einmal unter den Top 5

Welche Themen sind den Wählern besonders wichtig? Um was soll sich die Regierung zuerst kümmern?

Das wollte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) wissen und hat deshalb beim Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid eine Umfrage in Auftrag gegeben.

Unter zwölf Themen konnten die Befragten abstimmen. Herausgekommen ist eine Liste mit den wichtigsten Anliegen. So sieht sie aus:
  1. Sicherung der Rente
  2. Eindämmung der Einbruchskriminalität
  3. Mietpreisentwicklung bremsen und bezahlbaren Wohnraum schaffen
  4. Bekämpfen von Hasskommentaren im Internet 
  5. Entlastung der Bürger von Steuern und Abgaben
  6. Ausstieg aus der Kohlenergie
  7. Bessere Ausstattung der Bundeswehr
  8. Begrenzung der Zuwanderung
  9. Abwenden der Dieselfahrverbote
  10. Erhöhung der Hartz-IV-Sätze 
  11. Abschaffung der Rundfunkgebühren
  12. Investitionen in Europa

Wie wurde die Studie konzipiert?

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden gefragt "Wie wichtig ist es, dass die neue Bundesregierung die folgenden Aufgaben rasch in Angriff nimmt?" und mussten zwölf vorgegebene Regierungsaufgaben auf einer Skala von "sehr wichtig" bis "völlig unwichtig" einstufen.

Die Befragung fand am 26. und 27. März 2018 statt. Es wurden 1002 ausgewählte Bürger befragt. 

Als erste Priorität kristallisiert sich ganz klar die Rente heraus: 95 Prozent der Deutschen halten das Thema für sehr wichtig oder wichtig – keine besonders überraschende Antwort, wenn man sich die Altersstruktur in Deutschland anschaut. 2015 lag der Altersdurchschnitt bei 42,8 Jahren für Männer und 45,6 Jahren für Frauen.

Nach der Rente folgen Themen wie Sicherheit und Wohnen. Die Begrenzung der Migration schafft es dagegen lediglich auf Platz 8.

66 Prozent der Befragten finden, dass das Thema Priorität hat, 32 sehen es als weniger drängendes Problem. 

Das erstaunt vor allem deshalb, weil das Thema Einwanderungspolitik und Migration im Wahlkampf dominiert hat: Von den eineinhalb Stunden, die das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz im September 2017 gedauert hat, ging es fast 45 Minuten um die Themen Migration, Integration, deutsche und europäische Flüchtlingspolitik. (Netzwerk Flüchtlingsforschung

Immer thematisierten verschiedene Parteien die sogenannte Flüchtlingskrise und Integrationspläne – vor allem die kritische Situation im September 2015 – um damit Wählerstimmen einzusammeln. (SPIEGEL ONLINE)

Es zeigt sich aber: Den Deutschen scheint das Thema Flüchtlinge und Migration gar nicht so wichtig zu sein. Für sie gibt es dringendere Fragen zu klären, wie etwa ihre finanzielle Absicherung im Alter oder bezahlbaren Wohnraum. 


Gerechtigkeit

Mehr als 100.000 Frauen haben im vergangenen Jahr abgetrieben. Was sind die Gründe?
"Es gibt Frauen, die können sich die Pille nicht leisten"

Mehr als 100.000 Frauen haben im vergangenen Jahr in Deutschland abgetrieben. Welche Gründe es dafür geben kann und wie es um die Verhütung der Jugendlichen steht, erklärt Expertin Ulrike Busch.

Frau Busch, in Deutschland gab es im vergangenen Jahr 101.209 Schwangerschaftsabbrüche. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Was sagen Sie zu dieser Zunahme?

Es wäre wissenschaftlich unredlich, aus einer so kleinen Schwankung innerhalb eines so kurzen Zeitraums einen Trend abzuleiten und von einer Zunahme zu sprechen. Man muss unbedingt größere Zeiträume von etwa fünf bis zehn Jahren betrachten.