Wir erklären, warum das nicht alle gut finden

In Supermärkten und Drogerien sollen Menschen künftig auch Sozialleistungen, unter anderem das Arbeitslosengeld, beziehen können. Die Bundesagentur für Arbeit plant, das Bargeld aus allen Jobcentern und Arbeitsagenturen zu verbannen – um so viel Geld zu sparen.

Warum führt die Bundesagentur für Arbeit das Verfahren ein?

"Das Verfahren ist für Menschen, die in Not geraten sind und kurzfristig einen Barbetrag benötigen", sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) der Welt am Sonntag. Aktuell betreibt die BA mehr als 300 Kassenautomaten in den Jobcentern und Arbeitsagenturen. Die Betriebskosten belaufen sich auf insgesamt 3,2 Millionen Euro. Geld, das bald eingespart werden soll: „Ziel ist die flächenweite Einführung der neuen Lösung bis Ende 2018“, sagte eine Sprecherin der BA der Zeitung weiter.

Wie kommen die Menschen an das Geld?

Damit die Empfänger das benötigte Geld ausgezahlt bekommen, gibt es künftig einen Zettel mit einem Barcode darauf. Dieser wird an der Kasse eingescannt und der angezeigte Betrag anschließend ausgezahlt. So sollen vor allem Menschen an Bargeld kommen, die nicht über ein eigenes Konto verfügen würden, so die BA. Die Empfänger können in mehr als 8000 Filialen von Rewe, Penny, real, dm und Rossmann Geld abheben.

Was sagen andere dazu?

Kritik an dem Vorstoß kommt unter anderem von der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der linken Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann. "Wo kommen wir denn da hin, wenn eine staatliche Behörde ihre Aufgaben an die Supermärkte ausgliedert?", sagte sie. Für die Politikerin sollte es sich bei dem Konzept allenfalls um eine Ergänzung handeln, auch weiterhin solle es ihrer Ansicht nach Bargeld in Jobcentern und Arbeitsagenturen geben. (Zeit Online)

Wohnungslose sind schon stigmatisiert von A bis Z. Da muss man nicht noch einen drauf setzen.
Nadine Reibert, Sozialarbeiterin

Bedenken an dem Verfahren haben aber nicht nur Politiker. "Wie viele andere Leute heben noch so Geld an der Kasse ab?", sagt Nadine Reibert, 26, Sozialarbeiterin bei der EVA in Stuttgart, zu bento. Und wirft die Frage nach der Diskriminierung auf. "Ist dann nicht fast klar, dass derjenige mit dem Strichcode da vorne an der Kasse gerade Geld vom Jobcenter abhebt? Wohnungslose sind so schon stark stigmatisiert und Vorurteilen ausgesetzt. Da muss man nicht noch einen drauf setzen."

Und was meint die Behörde?

Um den Vorwurf der Diskriminierung zu umgehen, sollen die Zettel mit dem Barcode ohne ein BA-Logo versehen sein. "Die Auszahlung der Barmittel erfolgt unkompliziert, ohne Wartezeit und diskriminierungsfrei im normalen Lebensumfeld des Kunden", so die BA.


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