In Ungarn gehen gerade Zehntausende Menschen auf die Straße. Allein am Sonntag kamen laut der Veranstalter in der Hauptstadt Budapest etwa 80.000 Menschen zusammen (BBC). Sie demonstrieren für den Erhalt der Central European University (CEU) – und zugleich gegen den rechtsgerichteten Ministerpräsidenten Viktor Orbán. 

Im Video seht ihr, wie der Protest vom Sonntag verlief – und was die Demonstranten zu sagen haben.

Was steckt hinter den Demos?

Orbáns Partei Fidesz hatte vergangenen Dienstag einen neues Gesetz verabschiedet, dass für ausländische Hochschulen sehr strenge Auflagen vorsieht (Hungarian Free Press). Darin soll festgelegt werden, dass ausländische Universitäten je einen Standort in Ungarn – und einen in ihrem Heimatland haben sollen. 

Davon betroffen wäre vor allem die CEU, die ihren Standort nur in Ungarn hat. Sie wurde vom US-Investor George Soros gegründet. Er hat ungarische Wurzeln und gilt als liberaler Kritiker der Orbán-Regierung. Damit die Universität in Budapest offen bleiben darf, müsste Soros nun also einen zweiten Campus in den USA gründen.

Was steckt eigentlich hinter den Demos?

Viele CEU-Studenten sagen, Orbán ziele mit dem neuen Gesetz gezielt auf die Schließung von Soros Universität – und will so kritische Stimmen auf dem Campus mundtot machen. Viele halten das Gesetz daher für einen Angriff auf die Bildungsfreiheit. "Freies Land, freie Universität!" gehört zu ihren wichtigsten Protest-Slogans. Die Regierung selbst sagt, die CEU habe immerhin bis Ende des Jahres Zeit, einen neuen US-Campus aufzubauen. 

Längst geht es aber nicht mehr nur um die CEU. Die Proteste sind zu den größten Ungarns seit Regierungsantritt von Viktor Orbán vor sieben Jahren geworden. Auch Nicht-CEU-Mitglieder gehen mit gegen Orbán auf die Straße: um ein Zeichen gegen seinen zunehmend autoritären Regierungsstil zu setzen.


Today

US-Präsident auf Zimmersuche – Luxushotel will Trump nicht aufnehmen

Für zwei Tage kommt US-Präsident Donald Trump im Juli nach Hamburg. Doch bei der Zimmersuche soll sein Team nun eine Abfuhr erhalten haben: Das Luxushotel Vier Jahreszeiten habe abgesagt, berichtete das "Hamburger Abendblatt". Eine Sprecherin des Hotels wollte den Bericht nicht kommentieren.