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Eine knappe Mehrheit der Briten, 51,9 Prozent, hat bei einem Referendum den Austritt aus der Europäischen Union gefordert. Das Ergebnis der Abstimmung am Freitagmorgen überraschte selbst Befürworter des Brexits – und stürzte das Land ins politische Chaos. Vor allem ältere Menschen und abgehängte Regionen in England und Wales stimmten für den Ausstieg. Junge Menschen hingegen wollen EU-Bürger bleiben.

Fotostrecke: So reagieren junge Briten auf den Brexit
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Was seit der Abstimmung passiert ist:

  1. Die 350 Millionen Pfund zusätzlich pro Woche? Sorry, ein Fehler. EU-Gegner Nigel Farage hatte mehr Geld für das britische Gesundheitssystem versprochen, weil keine Beiträge an die EU mehr fällig werden. Nach der Abstimmung ist davon plötzlich keine Rede mehr. (Telegraph)
  2. Weniger Einwanderer? Im Gegenteil. Auch dieses Versprechen haben die EU-Gegner nach der Abstimmung zurückgenommen. Denn sie wollen, dass Großbritannien weiter Teil des europäischen Binnenmarktes bleibt. (SPIEGEL ONLINE)
  3. Premierminister David Cameron tritt bis Oktober zurück. Die konservative Partei soll dann einen neuen Regierungschef bestimmen, der die Austrittsverhandlungen führt. Der künftige Premierminister wird also nicht von den Briten gewählt, sondern eingesetzt. (bento)
  4. Schottland möchte in der EU bleiben. Nicola Sturgeon, Chefin der Regionalregierung in Schottland, will nun eine erneute Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien. (Guardian)
  5. Neuer Sprengstoff für den Konflikt in Nordirland. In Nordirland gibt es zwei Lager, die einen fühlen sich zu Großbritannien zugehörig, die anderen zu Irland. Nach einem langen Bürgerkrieg gibt es seit 1998 ein Friedensabkommen. Nun stimmte eine Mehrheit für die EU – und die pro-irische Partei Sinn Féin verlangt eine Abstimmung über den Anschluss zu Irland. (Welt)
  6. Spanien bietet an, das britische Gibraltar mitzuverwalten. In Gibraltar hatte eine Mehrheit für die EU-Mitgliedschaft gestimmt. Die kleine Halbinsel mit rund 35.000 Einwohnern liegt an der spanischen Südküste. (BBC)
  7. Das britisches Parlament meldet Bedenken an. Die Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft hatte nach britischem Recht nur beratenden Charakter und ist nicht bindend. Labour-Abgeordnete wollen das Parlament abstimmen lassen, Abgeordnete der konservativen Regierungspartei wollen erstmal nachdenken und keine voreiligen Schlüsse ziehen. (SPIEGEL ONLINE)
  8. Cornwall fordert Geld. Die Menschen in der Region hatten mehrheitlich für einen EU-Austritt gestimmt – obwohl die EU dorthin jährlich rund 60 Millionen Pfund Subventionsgelder überweist. Nun soll die britische Regierung einspringen. (FAZ)
  9. Die Zukunft von Wales ist ungewiss. Keine Region in Großbritannien bekommt mehr EU-Subventionen als das strukturschwache Wales. Die EU hat milliardenschwere Anstrengungen unternommen, die Wirtschaft dort zu stärken und Firmen anzusiedeln – mit der Aussicht auf Zugang zum gesamten europäischen Markt. Die Mehrheit in Wales stimmte für einen Austritt. (Guardian)
  10. Frankreich stellt Calais-Abkommen in Frage. Wer von Frankreich durch den Tunnel bei Calais nach Großbritannien möchte, wird vorher gestoppt und kontrolliert. Großbritannien muss sich so nicht um Flüchtlinge kümmern – die bleiben in Frankreich, wo tausende in Zeltstädten hausen. Der Bürgermeister von Calais stellt dieses Abkommen nun in Frage. (Independent)
  11. Großbritannien steht vor einer Rezession. Bereits am Freitag ist die britische Währung, das Pfund, eingebrochen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Wirtschaftsleistung des Landes um 3,6 bis 6 Prozent zurückgehen. (Guardian)
  12. Die EU drängt auf schnelle Austrittsverhandlungen. Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, und der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, forderten die britische Regierung auf, den Austritt gemäß Artikel 50 des europäischen Vertrags von Lissabon anzumelden. Schulz erwartet den Antrag bis zum EU-Gipfel am Dienstag. (SPIEGEL ONLINE)
  13. Drei Millionen Briten sind für neues Referendum. Viele Briten wollen sich mit der Abstimmung nicht zufrieden geben und haben eine Petition gestartet. 200.000 Stimmen sind nötig, damit sich das Parlament mit einer solchen Petition befasst. (SPIEGEL ONLINE)
  14. Rechtspopulisten gratulieren. In Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Deutschland freuen sich Rechtspopulisten über den Brexit. Sie machen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Haltung in der Flüchtlingskrise dafür verantwortlich. (Tagesspiegel)

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