Bild: Frank Augstein/AP/dpa

Das ständige Hin und Her der Brexit-Verhandlungen reißt nicht ab. Premierministerin Theresa May hat die Europäische Union am Mittwoch um einen Aufschub des Austritts aus der EU bis Ende Juni gebeten. (Tagesschau)

Eigentlich geht es beim Brexit nur noch um das "Wann" und "Wie". Denn der Austritt an sich ist seit dem Referendum 2016 beschlossene Sache. Doch nun formiert sich im Netz noch einmal ein Aufstand gegen diese ursprüngliche Entscheidung. 

Innerhalb weniger Stunden haben Hunderttausende eine Online-Petition gegen den Brexit unterschrieben.

Gestartet wurde die Petition auf der offiziellen Seite des britischen Parlaments. Unter dem Namen "Revoke Article 50 and remain in the EU" (dt.: "Widerruf von Artikel 50 und Verbleib in der EU") unterschrieben in den ersten Stunden nach dem Start bereits fast 700.000 Menschen die Aktion. Sekündlich stieg der Zähler der Petition. Allein zwischen 6:45 Uhr und 9:00 Uhr unterschrieben über 100.000 Menschen.

Das Ergebnis: Die Server brachen zusammen, die Seite war immer wieder nicht erreichbar.

Die Petition liest sich wie folgt:

"Die Regierung betont immer wieder, der Austritt aus der EU sei der Wille des Volkes. Wir müssen dieser Behauptung jetzt ein Ende setzen. Durch einen Beweis, wie groß die öffentliche Unterstüzung für den Verbleib in der EU ist. Vielleicht wird es keine weitere Wahl geben. Also stimme jetzt ab!"

Auf Twitter schöpften viele User Hoffnung, dass der Brexit in letzter Sekunde vielleicht doch noch aufzuhalten ist. Der Link zur Petition wurde tausende Male geteilt. 

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Abgeordneten sich dann auch mit der Petition beschäftigen?

Nicht unwahrscheinlich. Da die Petition auf der Regierungswebsite gestartet wurde, gilt sie als offizielle Einreichung an das Parlament (Evening Standard). Ab 10.000 Stimmen wird eine Petition ernst genommen und den Initiatoren geantwortet. Ab 100.000 Stimmen wird sie Teil der Diskussionen im Unterhaus werden. Somit könnte theoretisch im britischen Parlament darüber debattiert werden, ob es vielleicht doch eine zweite Brexit-Abstimmung geben oder der Austritt komplett abgesagt wird.

Doch: Es ist nicht der erste Versuch, den Brexit mithilfe einer Unterschriftensammlung zu verhindern. Es gab bereits verschiedene Petitionen mit diesem Anliegen, meist auf Plattformen wie change.org. Und auch auf der Parlamentsseite gab es schon einmal einen solchen Anlauf: Damals unterschrieben über vier Millionen Menschen. (tagesschau)

Allerdings wurde zu diesem Anlass auch die Aussagekraft der Petition in Frage gestellt. Denn auch Menschen aus anderen Ländern konnten mit abstimmen. Dazu musste man nur mit einem Häkchen bestätigen, britischer Staatsbürger zu sein. 

Ein Selbstversuch zeigt: auch bei dieser Petition ist das möglich. Trotz fehlender britischer Staatsbürgerschaft und deutscher Email-Adresse.

Ob diese Petition wirklich den Brexit verhindern kann, ist also eher fraglich.

Doch dass sie innerhalb kürzester Zeit so viele Unterschriften erhält, zeigt, wie verzweifelt sich viele Menschen in Großbritannien eine Abkehr vom Kurs auf den Brexit wünschen.


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