Bild: Sven Hoppe/dpa
Drei Antworten zur Brexit-Warnung

Heute in einem Jahr werden in ganz Großbritannien die Lebensmittel ausgehen. Das behauptet die britische "National Farmers Union" – sollte sich die britische Regierung mit der Europäischen Union nicht auf neue Importregeln einigen. 

Großbritannien hat den Brexit beschlossen, den Ausstieg aus der EU. Nun wird verhandelt, wie es weitergeht. Eine Option: Keine Verhandlungen, ein sogenannter "No-Deal Brexit". Und vor dem warnen die Bauern nun.

Was würde bei einem No-Deal Brexit passieren?

Minette Batters, die Präsidentin der "National Farmers Union", sieht bei einem Brexit ohne Verhandlungen die allgemeine Lebensmittelversorgung in Gefahr

"Der Agrar-Sektor könnte einer der am meisten betroffenen Sektoren bei einem 'Bad Brexit' sein." 

Ein Freihandel mit der EU und der Zugang zu zuverlässigen und kompetenten Arbeitskräften sei entscheidend für die Zukunft des Sektors, so Blatters. Sollte der Brexit schlecht verhandelt werden, wäre Großbritannien nicht in der Lage, sich selbst zu ernähren, sagte sie dem Guardian.

Wieso hätte Großbritannien so große Probleme?

Der Anteil der Selbstversorgung nimmt im Vereinigten Königreich seit Jahren ab. Derzeit produziert Großbritannien laut Angaben des Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländlichen Angelegenheiten (Defra) nur 60 Prozent des eigenen Bedarfs. Vor 30 Jahren waren es noch 74 Prozent. 

  • Das heißt: Große Teile der Lebensmittel werden importiert. 

Die Warnung der "National Farmers Union" ist eine Reaktion auf die Aussage des Brexitministers Dominic Raab, der vor zwei Wochen behauptet hatte, Großbritannien stünden auch nach dem Brexit genug Nahrungsmittel zur Verfügung.

Welche Lebensmittel würden ausgehen?

Laut Statistiken des Defra würden neben Obst und Gemüse (43 Prozent eigene Produktion) besonders schnell Schweinefleisch (39 Prozent) und Kartoffeln (25 Prozent) ausgehen. 

Batters sieht in dieser Entwicklung aber auch die Chance, ein Zeichen für die Landwirtschaft zu setzen:

"Wir merken, dass wir Nahrungsmittel importieren müssen, die nur unter anderen klimatischen Bedingungen produziert werden können. Aber wenn wir uns auf Nahrung konzertieren, die hier gut wächst, dann könnten wir einen starken positiven Effekt auf die Ökonomie, Gesellschaft und Umwelt bewirken." 

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