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Einsam, sehr einsam

Drei Millionen EU-Bürger leben in Großbritannien, doch seit dem Brexit-Votum fühlen sie sich zunehmend ausgeschlossen. Der Ton wird rauer. Premierministerin Theresa May forderte sie kürzlich sogar auf, das Land zu verlassen – ohne rechtliche Grundlage. Viele fürchten um ihre Zukunft und ihre gewohnte Umgebung. Anfang der Woche legten deshalb Tausende von ihnen die Arbeit nieder, um auf die Straße zu gehen und zu protestieren.

Wenn Ausländer Großbritannien wirklich bald verlassen müssten, sähe es schnell düster aus auf der Insel. Vor allem für die Briten selbst, wie ein Blick auf die Herkunftsländer der Beschäftigten im Gesundheitssystem zeigt:

Doch wie würden Krankenhäuser, Schulen und Forschungseinrichtigungen aussehen, wenn dort nach dem Brexit wirklich nur noch Briten beschäftigt wären? Diese Vorher-Nachher-Bilder zeigen es eindrucksvoll:

Warum Migranten für Großbritannien so wichtig sind

Der Anteil der EU-Bürger auf dem britischen Arbeitsmarkt liegt über dem europäischen Durchschnitt (Eurostat) – und die zahlreichen Migranten aus anderen Ländern und den Commonwealth-Staaten (den früheren Kolonien) sind bei dieser Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Viele Briten arbeiten tagtäglich mit Menschen aus anderen Ländern wie Deutschland, Spanien oder Polen zusammen. Und nicht Wenige sind stolz darauf und wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt:

A day without us...

Posted by Joseantonio Saint Antonio on Monday, February 20, 2017
Steht der Brexit schon fest?

Seit dieser Woche debattiert das britische Oberhaus über das Brexit-Gesetz von Mays Regierung. Dieses Gremium von meist Adeligen kann den Gesetzentwurf theoretisch noch stoppen, Änderungsvorschläge anbringen und an das Unterhaus zurücksenden. Viele Migranten hoffen genau darauf und sind deshalb in dieser Woche auf die Straße gegangen. Das Unterhaus, die gewählte Kammer des britischen Parlaments, hat dem Gesetz nach einer hitzigen Debatte allerdings bereits zugestimmt.

Wie geht es jetzt weiter?

Haben beide Kammern das Gesetz verabschiedet, wird es von der Queen unterzeichnet und tritt in Kraft. Bis Ende März will Regierungschefin May dann offiziell den Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union einreichen. Dann gibt es kein Zurück mehr.

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