Bild: Getty Images
Was ist passiert?
  • Die Briten haben am Donnerstag für einen Ausstieg ihres Landes aus der Europäischen Union gestimmt – der Brexit ist eingetreten. Bis zum frühen Freitagmorgen wurden die Wahlkreise ausgezählt.
  • Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt angekündigt. Er will die Austrittsverhandlungen mit der EU nicht führen. Cameron rechnet spätestens im Oktober mit einem neuen Regierungschef. Er selbst hatte das Referendum in seinem Wahlkampf versprochen. Bis zuletzt hatte er für die Europäische Union geworben. Britische Nationalisten und Boulevardmedien waren für einen Austritt.
  • Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bedauerte die Entscheidung und warb für Ruhe und Besonnenheit. Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission, fordert hingegen einen schnellen Austritt Großbritanniens.

Wer hat wie abgestimmt?

51,9 Prozent der Briten stimmten für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union – das Land ist gespalten. In Schottland, Nordirland und London gibt es eine Mehrheit für Europa, außerdem stimmten junge Menschen zwischen 18 und 24 für Europa.

Was passiert jetzt?

Für den Austritt eines Landes aus der Euroäischen Union gibt es ein Verfahren: Als erstes muss die britische Regierung dem EU-Rat, der Versammlung der Länderchefs der Mitgliedstaaten, den Austritt mitteilen. Dann wird ein Vertrag ausgehandelt, wie der Austritt konkret abläuft. Dem muss das EU-Parlament zustimmen. Spätestens nach zwei Jahren haben die EU-Verträge keine Gültigkeit mehr, es sei denn, man vereinbart gemeinsam etwas anderes.

Was sind die Folgen?

Der Wechselkurs für die britische Währung, das Pfund, brach am Freitagmorgen zunächst brutal ein.

Andere Märkte reagierten ebenfalls auf das Votum. Der Dax brach am Freitagmorgen um zehn Prozent ein (SPIEGEL ONLINE). Finanzexperten befürchten einen "Schwarzen Freitag" für die Börsen.

Auch die Zukunft Großbritanniens ist ungewiss: Der Brexit-Wunsch kam vor allem aus Wales und England, Nordirland und Schottland stimmten hingegen mehrheitlich für den Verbleib. Das Vereinigte Königreich ist so gespalten wie nie – nun könnte es an den Folgen des Brexit zerbrechen.

Schottland hatte 2014 schon einmal seine Unabhängigkeit angestrebt. Damals scheiterte der Versuch – doch nun könnte es eine Neuauflage geben. Die Mehrheit der Schotten steht der EU positiv gegenüber. Auch in Nordirland könnte nun eine Anti-UK-Bewegung entstehen.


Musik

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