Bild: Saul Loeb/POOL AFP/AP/dpa
Das sagte er zu den Vergewaltigungsvorwürfen

Donald Trumps Kandidat für den Supreme Court, Brett Kavanaugh musste sich am Donnerstag vor dem US-Senat zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn äußern. Bei seiner Anhörung bekam Kavanaugh einen Wutausbruch.

Was war da los?

Die Senatsanhörung dauerte über acht Stunden. Vor Kavanaugh hatte die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford vor den Senatsmitgliedern ausgesagt. Unter Tränen warf sie Kavanaugh vor, sie vor 36 Jahren auf einer Party heftig sexuell attackiert zu haben (bento).

Anschließend waren alle Augen auf den Richter aus Washington, D.C., gerichtet. Kavanaugh begann seine Aussage mit einem Wutausbruch. 

"Ich schwöre vor meiner Familie und vor Gott: Ich bin unschuldig", rief er den Senatoren zu. Alle Vorwürfe gegen ihn seien falsch. Er sei das Opfer einer Kampagne der Demokraten, die allein das Ziel habe, seine Nominierung für den Obersten Gerichtshof der USA zu verhindern. 

Kavanaugh behauptete, es gehe darum Rache für den Wahlsieg von Donald Trump zu nehmen. Im Namen der Clintons. "Das alles ist ein Zirkus, grotesk und koordiniert - eine Schande für unsere Nation", so Kavanaugh weiter.

Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, wurde er bei seiner Rede sehr emotional. Er schrie, schniefte und musste sich zusammenreißen, nicht in Tränen auszubrechen. 

Gibt es Beweise für Brett Kavanaughs Unschuld?

Im Laufe der Anhörung betonte Kavanaugh immer wieder seine Unschuld. Zudem legte er Indizien vor, die ihn entlasten sollen. Etwa ein Tagebuch aus dem vermeintlichen Tatjahr 1982, in dem die Party nicht genannt wird, auf der er versucht haben soll, Ford zu vergewaltigen. Kavanaugh präsentierte sich als harmloser katholischer Familienvater, der in seiner High School-Zeit gerne mal ein Bier trank, aber Frauen niemals unsittlich berührt habe.

"Wo kommen wir denn hin, wenn jeder, der gerne Bier trinkt, beschuldigt wird, ein Sexualtäter zu sein?" fragte er empört.

Welche Reaktionen gibt es?

Die Auftritte von Ford und Kavanaugh haben die amerikanische Nation noch weiter gespalten. Die Republikaner teilten schon wenige Minuten nach der Anhörung mit, weiter an Kavanaugh festzuhalten. Man wolle sich nicht durch die Aussagen von Ford beirren lassen. Auch Kavanaughs größter Verfechter Donald Trump steht weiter zu ihm und feierte ihn für seine Aussagen.

Auf Twitter schrieb er: "Richter Kavanaugh hat Amerika gezeigt, warum ich ihn nominiert habe. Seine Rede war kraftvoll, ehrlich und fesselnd. Die Strategie der Demokraten ist erbärmlich und eine komplette Farce."

Wie geht es jetzt mit Kavanaugh weiter?

Nächste Woche könnte der gesamte Senat abstimmen, ob Brett Kavanaugh als Richter am Supreme Court angenommen wird. Dafür müsste er mit einer einfachen Mehrheit gewählt werden. Die Republikaner haben im Senat aber nur eine hauchdünne Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen. Sollten nur zwei Senatoren vom Kurs der Republikaner abrücken, würde Kavanaugh als Richter abgelehnt werden.


Gerechtigkeit

So emotional sind die Schilderungen von Kavanaughs mutmaßlichem Opfer vor dem US-Senat
Menschen zeigen auf Twitter, wie bewegt sie sind.

Seit Tagen stehen die Missbrauchsvorwürfe gegen US-Präsident Donald Trumps Supreme-Court-Kandidaten, Brett Kavanaugh, im Raum. (bento)

Mittlerweile werfen ihm drei Frauen schweren sexuellen Missbrauch vor. Eine vierte Frau soll Gerüchten zufolge ebenfalls Anschuldigungen erheben wollen. Kavanaugh weist die Vorfürfe pauschal zurück und beteuert seine Unschuld. (SPIEGEL ONLINE)

Am Donnerstag hat nun die entscheidende Anhörung vor dem US-Senat begonnen.
Der Justizausschuss des Senats hörte die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford an, die Kavanaugh vorwirft, 1982 versucht zu haben, sie zu vergewaltigen.

Bevor die demokratische Senatorin Dianne Feinstein Ford zu Wort bat, äußerte sie sich noch zum Charakter der Anhörung.