Bild: Andrew Harnik/AP/dpa
Was bisher passiert ist

Donald Trumps Kandidat für den Richterposten am Supreme Court, Brett Kavanaugh, steht weiter massiv unter Druck. Mittlerweile werfen ihm zwei Frauen vor, er habe versucht, sie zu vergewaltigen. In einem Interview mit dem Sender Fox News bestritt er alle Anschuldigungen. Wir haben zusammengefasst, was bisher passiert ist:

10. Juli 2018: Donald Trump nominiert Brett Kavanaugh als Richter am Supreme Court. 

Am 10. Juli 2018 ernannte Trump den erzkonservativen Kavanaugh zu seinem Kandidaten für den freien Posten des Richters am Supreme Court. Dafür erntete er viel Kritik, denn Kavanaugh gilt als republikanischer Hardliner und wörtlicher Ausleger der US-Verfassung (bento). Das bedeutet, er ist für das Tragen von Waffen und somit gegen schärfere Waffengesetze. Auch in Sachen Migrationspolitik steht er voll an Trumps Seite.

5. September: Kavanaugh muss sich dem Justizausschuss des US-Senats stellen.

Anfang September musste sich Kavanaugh dem Justizauschuss des US-Senats stellen. Dieser Anhörung muss sich jeder Kandidat für den obersten Gerichtshof unterziehen, damit der Senat einschätzen kann, wie er zu jeweiligen Gesetzen steht. 

Die Anhörung wurde immer wieder von Protesten unterbrochen. Viele Frauen in Amerika sind besorgt, Kavanaugh könnte strengere Abtreibungs-Gesetze einführen. Er betonte immer wieder, er sei ein unabhängiger Richter. Auf die Frage, ob Strafverfolgungen gegen den US-Präsidenten weiterhin möglich sein soll, wich er aus und antwortete, es sei eine hypothetische Frage, auf die er nicht antworten könne. Kavanaugh hatte immer wieder angestoßen, dem jeweiligen US-Präsidenten juristische Immunität zu gewähren, berichtet die "Zeit".

14. September: In einem Brief beschuldigt eine Frau, Kavanaugh habe sie sexuell belästigt.

Am 14. September schickte eine Frau, die zunächst anonym bleiben wollte, einen Brief an den US-Kongress, in dem sie Kavanaugh beschuldigt, er habe Anfang der Achtzigerjahre versucht, sie zu vergewaltigen. Die Demokraten forderten daraufhin, seine Nominierung für den Richterposten sofort zurückzuziehen. Kavanaugh bestritt die Vorwürfe (SPIEGEL ONLINE).

16. September: Die Professorin Christine Blasey Ford bekennt sich zu dem anonymen Schreiben.

Am 16. September bekannte sich die Professorin für Psychologie, Christine Blasey Ford zu dem Schreiben an den Kongress. In einem Interview mit der "Washington Post" berichtet sie von Details der versuchten Vergewaltigung. 

Donald Trump twitterte darauf, er habe Zweifel, dass dies so passiert sei. Er fragte das mutmaßliche Opfer direkt, warum sie sich erst nach mehr als 30 Jahren meldete, wenn der Vorfall doch so schlimm gewesen sei, berichtet die "Times". 

Ford bekam darauf vermehrt Morddrohungen und befindet sich im Schutz des FBI.

23. September: Eine zweite Frau beschuldigt Kavanaugh der versuchten Vergewaltigung.

In einem Interview mit dem "New Yorker" wirft eine zweite Frau Kavanaugh eine versuchte Vergewaltigung vor. Deborah Ramirez berichtet von ähnlichen Vorfällen wie Ford. Sie sei Anfang der Achtzigerjahre Jahre im gleichen Studienjahr wie Kavanaugh in Yale gewesen. Bei einer Party habe er seinen Penis entblößt und ihn ihr ins Gesicht gedrückt, so die heute 53-Jährige.

24. September: Kavanaugh gibt zusammen mit seiner Frau ein Interview und bestreitet alle Vorwürfe.

Im Trump-nahen Sender Fox News gibt Kavanaugh ein Interview zusammen mit seiner Frau Ashley Estes. Im Gespräch bestreitet er alle Vorwürfe, er habe "niemals jemanden sexuell belästigt", betont er immer wieder. Auch seine Ehefrau erklärte, für sie seien die Vorwürfe "schwer zu glauben" (SPIEGEL ONLINE). 

Trump betonte am Montag, er stehe weiter zu Kavanaugh. Für viele Republikaner sind die Anschuldigungen mit Absicht kurz vor der Abstimmung über Kavanaugh veröffentlicht worden, um diese Abstimmung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Die im November anstehenden Midterm-Wahlen in den USA könnten das Verhältnis von Republikanern und Demokraten im Senat verschieben. So wäre es leichter für die Demokraten, Kavanaugh als Richter zu verhindern.


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