Bild: Armin Weigel/dpa
"Der Islam gehört nicht zu Deutschland" - so steht es im Grundsatzprogramm der AfD.

Er war Mitglied im Landesvorstand der Brandenburger AfD, jener Partei, deren Vertreter gerne vor einer "Islamisierung" Deutschlands warnen. Jetzt ist Arthur Wagner selbst zum Islam konvertiert. Ein Parteisprecher hat entsprechende Medienberichte bestätigt. (Berliner Zeitung)

"Religion ist Privatsache. Wir stehen zur Religionsfreiheit des Grundgesetzes", wird der Sprecher zitiert. "Herr Wagner hätte auch eine andere Religion wählen können."

Wagner ist stellvertretender Chef des AfD-Kreisverbandes Havelland. Auf der Webseite der Brandenburger AfD wird der Russlanddeutsche zudem noch als Beisitzer im Landesvorstand geführt. 

Der "Berliner Zeitung" sagte Sprecher Daniel Friese jedoch, Wagner sei "vor einiger Zeit aus privaten Gründen zurückgetreten". Dem Tagesspiegel erklärte Wagner, er wolle nicht über seine Konversion sprechen. "Das ist meine Privatsache", zitiert ihn das Blatt.

Der Fall sorgt allerdings für Aufsehen, da gerade die AfD in der Vergangenheit mit einem scharfen Anti-Islam-Kurs Politik gemacht hat. 

Im Grundsatzprogramm der Partei heißt es unmissverständlich: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland."

In seiner Ausbreitung und in der Präsenz einer ständig wachsenden Zahl von Muslimen sehe die AfD zudem "eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung." 

Für Menschen, die solche Ansichten teilen, gibt es mittlerweile auch ein eigenes Jugendmagazin:

Wagner selbst war nach eigenen Angaben früher CDU-Mitglied und hatte sich vor seinem Religionswechsel in der Parteigruppe "Christen in der AfD" engagiert. In einem Video kritisierte er im Sommer 2017 die "Öffnung" der Grenzen während der Flüchtlingskrise. Deutschland "mutiere" in ein anderes Land.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf SPIEGEL ONLINE.


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