Bild: Ricarda Lang

Die Sprecherin der Grünen Jugend, Ricarda Lang, hält Boris Palmer als Bürgermeister von Tübingen für ungeeignet. Sie bezeichnete den Grünen-Politiker als "Wutbürgermeister".

Zu bento sagte Lang: "Boris Palmer redet immer viel über das Thema Sicherheit. Ich persönlich finde es ja bedenklich, wenn sich junge Menschen in süddeutschen Unistädten nachts nicht mehr sicher fühlen, da sie von herumirrenden Wutbürgermeistern belästigt werden."  

Was war passiert?

Boris Palmer und ein 33-jähriger Student waren an einem späten Abend Mitte November in der Tübinger Innenstadt aneinandergeraten. Derzeit steht Aussage gegen Aussage:

  • Dem Oberbürgermeister zufolge habe der Mann ihn beschimpft und sich zudem laut und aggressiv verhalten. Daraufhin habe er wegen Störung der Nachtruhe dessen Personalien aufnehmen wollen. Nach Palmers Darstellung war es der "linke Student", der ihn, Palmer, "attackiert" habe und zudem "lautstark" randaliert habe, schrieb er bei Facebook.
  • Der Student gab wiederum an, dass Palmer ihm und seiner Begleiterin nachgelaufen sei und sie bedrängt habe. Nachdem er sich nicht habe ausweisen wollen, habe Palmer begonnen, sie zu fotografieren. 

Zusammen mit seiner Begleiterin war der Student zuvor bei einem Vortrag gewesen. Als Palmer den beiden begegnete, soll der Student abfällig bemerkt haben: "Ach nee, der auch noch." So berichtete es das "Schwäbische Tagblatt". (Mehr zu dem Vorfall auf SPIEGEL ONLINE)

Ricarda Lang ist der Meinung, der Oberbürgermeister aus der eigenen Partei inszeniere sich als Opfer. Er nutze seine Befugnisse aus, um gegen Menschen vorzugehen, deren Meinungen ihm unliebsam sind. 

Das ist autoritärer Wahnsinn.
Ricarda Lang

Lang warf Palmer vor, nur Aufmerksamkeit zu wollen: "Es zeigt, dass Palmer sich seinen Fans, bestehend aus AfD-Trollen und rechten Rassisten, die ihm auf Facebook für seinen Narzissmus zujubeln, immer mehr anpasst."

Er sei als Bürgermeister und als Politiker "damit vollkommen ungeeignet". "Aber vielleicht bietet ihm ja mal jemand eine Stelle als Aushilfs-Sheriff an", sagte Lang.

Wie geht es in der Auseinandersetzung zwischen Plamer und dem Stundenten weiter?

Die Begleiterin des Studenten, 32, hat Palmer wegen Nötigung angezeigt (SPIEGEL ONLINE). Die Kriminalpolizei ermittelt nun den Tathergang. Der Nachrichtenagentur dpa sagte sie: "Wenn das nicht Boris Palmer gewesen wäre, hätte ich schon an jenem Abend die Polizei gerufen." Für sie sei die Begegnung sehr aufwühlend und unangenehm gewesen. "Ich hätte ihn wegschubsen müssen, um mich der Situation zu entziehen."

Palmer sieht sich hingegen im Recht. Anders als bei einer Privatperson hätten der Student und seine Begleiterin sich ihm gegenüber ausweisen müssen, denn er sei Chef des kommunalen Ordnungsdienstes, sagte er der dpa. "Ich hätte sogar körperlichen Zwang einsetzen dürfen, worauf ich natürlich verzichtet habe."

Er habe den Fall selbst ans Ordnungsamt übergeben. Er verlangt ein Bußgeld von dem Studenten – wegen Ruhestörung und der Weigerung, sich auszuweisen.


Gerechtigkeit

Diese Kita-Broschüre gibt Tipps im Umgang mit rechtsextremen Eltern

Ein Kita-Leitfaden für Erzieherinnen und Erzieher sorgt gerade für Ärger. In der Broschüre gibt es eine Passage, die angeblich nahelegt, wie man rechtsextreme Eltern erkenne – anhand des Aussehens der Kinder. Die umstrittene Broschüre trägt den Titel "Ene, mene, muh – und raus bist du!" und ist von der Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert. 

Es geht vor allem um folgenden Auszug aus einem Fallbeispiel: 

"Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt. Beide kommen häufig am Morgen in die Einrichtung, nachdem sie bereits einen 1,5-Kilometer-Lauf absolviert haben."