Bild: dpa/Maurizio Gambarini
Danke!

Am Mittwoch versuchte auch "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann auf der Welle rund um Jan Böhmermann und sein Erdogan-Gedicht mitzureiten: Auf seiner privaten Facebook-Seite veröffentlichte Diekmann ein Interview mit Böhmermann. Dazu schrieb er:

"Jan Böhmermann bricht sein Schweigen! Das große Interview zum Erdogan-Eklat! Über das ZDF, Kanzlerin Merkel und wie es sich anfühlt, wenn aus Satire brutale Wirklichkeit wird! Ich denke, da haben wir einen Scoop!"

Einige Medien nahmen Diekmann und seinen angeblichen Scoop ernst. Knapp zwei Stunden nach seinem Facebook-Post twitterte Diekmann dann selbst, dass das Interview erfunden sei.

Am Donnerstag schaltete sich nun die Satirezeitschrift "Titanic" in die Debatte ein – und zwar mit dem "ersten Interview mit Böhmermann-Interviewer Kai Diekmann!" Schon die Überschrift, "Titanic-Super-Scoop", erinnert an Diekmanns Posting; der Inhalt ist genauso erfunden wie das angebliche Exklusiv-Interview mit Böhmermann – nur deutlich lustiger.

Die Highlights:
  • Schon die Einstiegsfrage der "Titanic" ist großartig: "Sämtliche deutsche Prominente außer Ex-Papst Benedikt, Affe Charly, die aktuelle Schwiegermutter von Lothar Matthäus und Hans-Dietrich Genscher haben sich bereits zum Fall Böhmermann geäußert. Nun also auch noch Sie – mit einem peinlichen Fake-Interview, das nicht mal 'Meedia' gefällt. Wozu die Scheiße?"
  • Diekmanns Antwort ist zwar erfunden, aber dennoch sehr passend: "Ich fand es wichtig, daß dieser ermüdende Quatsch einfach ewig weitergeht." Und die Reaktion der "Titanic" darauf: "Na ja, wenigstens redet jetzt niemand mehr über Ronja v. Rönnes Debütroman."
  • Die Satirezeitschrift deckt auch Diekmanns Motiv für das Posting auf: Er sei erst durch seinen Chef, den Springer-Vorsitzenden Mathias Döpfner, auf die Idee gekommen, sich in die Debatte einzumischen. Der habe ihm nämlich bei ihrer "letzten Kinderpornotauschbörse" mitgeteilt, dass er einen Artikel für die "Welt" schreiben wolle, "mit vielen gelehrten Begriffen wie 'Justemilieu' und 'Fellatio benevolentiae'". Tatsächlich hatte Döpfner am Sonntag in einem offenen Brief Solidarität mit Böhmermann bekundet.
  • Die "Titanic" ist skeptisch gegenüber dem, was Diekmann da erzählt: "Sie sind hier so ehrlich, das klingt nach einem Fake..." Diekmanns Antwort: "Keine Spur. Ich verbürge mich, daß das hier die pure Wahrheit ist. Da kann hundertmal 'Satire' drüberstehen. Beim Augenlicht der von mir mißbrauchten Toten und Anzeigenkunden: Es ist alles wahr, was ich jetzt sage!"
  • Die "Titanic" ist weiterhin verwirrt: "Hilfe, ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll!" Darauf ein guter Rat von Diekmann: "Dann machen Sie es doch einfach wie ich: Anything goes! Mit ein bißchen schelmischer Selbstironie halten die Leute Sie für postmodern und Ihr Drecksblatt für Kunst. Die verzeihen Ihnen dann jedes Verbrechen! Echt wahr!"
Danke, liebe "Titanic"!
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Das steht im neuen Integrationsgesetz

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben sich auf ein neues Integrationsgesetz für Flüchtlinge verständigt. Die Eckpunkte sollen Ende April mit den Ministerpräsidenten der Länder besprochen werden, am 24. Mai will die Regierung das Gesetz endgültig beschließen. (SPIEGEL ONLINE)

Es wäre das erste bundesweite Integrationsgesetz, das es in Deutschland je gegeben hat. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann freute sich schon mal: