Die 7 wichtigsten Fragen und Antworten

Temperaturen von mehr als 30 Grad, Sonnenschein pur - perfekte Voraussetzungen für einen Sprung ins kühle Nass. An immer mehr Stellen in Deutschland ist das Baden jedoch verboten. Das Problem: Bei den heißen Temperaturen können sich Blaualgen explosionsartig vermehren und Gifte ins Wasser abgeben. Alles, was man über die Organismen und ihre Gesundheitsgefahren wissen muss.

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Was sind Blaualgen?

Anders als Name und Aussehen vermuten lassen, handelt es sich nicht um Algen, sondern um Bakterien ohne Zellkern. Wahrscheinlich zählen sie zur ältesten Organismengruppe überhaupt, schreibt das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. "Sie besitzen Gasbläschen in ihren Zellen, die ihnen Auftrieb verleihen, sodass sie bei ruhiger See zur Oberfläche aufschwimmen."

Die meisten der mehr als tausend verschiedenen Arten von Cyanobakterien sind harmlos und müffeln nur etwas, wenn sie zerfallen. Einige wenige bilden jedoch Gifte. Aus diesem Grund sollten Badende vorsichtig sein, wenn sich Blaualgen in einem See oder der Ostsee massenhaft vermehren.

(Bild: dpa)

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Welche Gesundheitsprobleme drohen?

Kommen Blaualgen mit Haut und Schleimhäuten in Kontakt, kann es bei empfindlichen Personen zu Reizungen, Quaddeln, Bindehautentzündungen oder Ohrenschmerzen kommen. Beim Verschlucken des Wassers drohen außerdem Beschwerden wie 

  • Übelkeit, 
  • Erbrechen, 
  • Durchfall, Fieber, 
  • aber auch Atemwegserkrankungen.

Das Risiko verstärkt sich, wenn der Körper an mehreren Tagen hintereinander in Kontakt mit dem Gift kommt. Wer nach dem Baden Beschwerden hat, sollte zum Arzt gehen und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Grundsätzlich ist die Gefahr jedoch überschaubar: Laut den verfügbaren Untersuchungen sei nur gelegentlich mit leichten, vorübergehenden Krankheitserscheinungen zu rechnen, heißt es im Bundesgesundheitsblatt.

(Bild: dpa)

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Wie lassen sich Blaualgen erkennen?

Haben sich Cyanobakterien stark vermehrt, lässt sich das Problem oft mit einem genauen Blick erkennen. Beginnt die Algenblüte, wird das Wasser immer trüber. Einige Blaualgen hinterlassen einen Teppich mit olivgrünen bis blaugrünen Schlieren auf der Wasseroberfläche. Ebenfalls typisch ist ein leicht muffiger Geruch.

Die Algen können vom Wind sehr schnell von einer Stelle im Wasser zu einer anderen getragen und dort zusammengetrieben werden. Deshalb ist es möglich, dass sich der Zustand einer Badestelle innerhalb weniger Stunden ändert und ein Blaualgenteppich auftaucht oder wieder verschwindet.

An offiziellen Badestellen wird die Wasserqualität regelmäßig überprüft. Dort warnen in der Regel Schilder, wenn sich die Algen massenhaft vermehrt haben. Oft ist es auch möglich, sich im Internet über die aktuelle Wasserqualität der Badestellen zu informieren.

(Bild: dpa)

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Welche Gewässer sind besonders gefährdet?

Besonders gute Lebensbedingungen finden Blaualgen in nährstoffreichen, langsam fließenden, stehenden oder rückgestauten Gewässern. Bei viel Sonnenschein und anhaltend sehr warmen Temperaturen, können sich die Bakterien plötzlich und massenhaft vermehren. Dieses Phänomen wird als Blaualgenblüte bezeichnet.

(Bild: Aaron Burden/Unsplash)

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Wann sollte man lieber nicht baden?

"Das gesunde Ekelgefühl verhindert meist ohnehin, dass man in das trübe, gelbbraune Wasser steigt", schreibt das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. Ein Anzeichen für eine große Belastung mit Blaualgen ist, wenn die Füße im knietiefen Wasser nicht mehr zu sehen sind. Bereiche, in denen es wirkt, als hätten sich grünlich-bläulich Ölfilme gebildet, sollte man außerdem meiden. Wer Hinweise auf eine Algenblüte entdeckt, ohne dass Schilder vorm Baden warnen, kann die Umweltbehörde oder das Gesundheitsamt informieren.

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Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet seien Kleinkinder im Krabbelalter, die im Uferbereich einer Badestelle spielen, heißt es auf einer Seite der Hansestadt Bremen. "Aufgrund ihres Spielverhaltens und durch häufigen Hand-Mund-Kontakt können sie unbeabsichtigt größere Mengen Sand und Wasser aufnehmen." Aber auch ältere Kinder könnten beim Toben im flachen Wasser größere Mengen verschlucken. Das Land Brandenburg rät Eltern ebenfalls, ihre Kinder bei Verdacht auf Blaualgen nicht im Uferbereich oder im Wasser spielen zu lassen.

Neben Menschen trifft das Problem auch Hunde und andere warmblütige Tiere. "Bei Tieren, die mit den Toxinen angereichertes Wasser getrunken haben, ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Todesfällen gekommen", schreibt das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. "Bekannt ist dies von Rindern, Hunden und Enten."

(Bild: Todd Quackenbush/Unsplash)

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Was ist, wenn ich trotzdem Baden gehe oder erst im Nachhinein feststelle, dass es ein Problem mit Blaualgen gibt?

Wer trotz Warnungen Baden geht, sollte sich anschließend gut abduschen und die Badebekleidung wechseln, da sich Algenbestandteile im Stoff verfangen können.

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen


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