Bild: Imago/Imagebroker Moritz Wolf
Was über die Panne bekannt ist.


Für den Onlinehändler Amazon ist es gerade die wichtigste Zeit des Jahres, die Cyber-Monday-Woche. Acht Tage lang, vom Montag vor dem Black Friday bis zum Cyber Monday danach, bombardiert der Konzern seine Kunden mit Angeboten, die mal günstig sind, mal nur günstig scheinen.

Seit Mittwoch allerdings bekommen einige Kunden von Amazon E-Mails, die so gar keine Einkaufsstimmung verbreiten.

In den Schreiben wird erklärt, "dass aufgrund eines technischen Fehlers versehentlich Ihre E-Mail-Adresse und ihr Name auf unserer Website angezeigt wurden." Mittlerweile sei der Fehler behoben und man selbst müsse nicht aktiv werden: "Es gibt keinen Grund, Ihr Passwort zu ändern oder sonstwie aktiv zu werden", heißt es in einer der E-Mails, die das Nachrichtenportal "betanews" veröffentlicht hat.

Was genau bei Amazon passiert ist, wo die fraglichen E-Mail-Adressen und Namen online einsehbar waren und wie lange sie dort zu sehen waren, ist ebenso unklar wie die Frage, wie viele Amazon-Kunden von dem Vorgang betroffen sind. Derzeit scheint nur sicher zu sein, dass Kunden weltweit von dem Vorfall betroffen sind.

Dem Tech-Portal "Techcrunch" erklärte ein Amazon-Sprecher auf Anfrage: 

Wir haben das Problem behoben und die betroffenen Kunden informiert.

Darüber hinaus gebe es nichts zu sagen. Laut CNBC bestreitet das Unternehmen, dass die Amazon-Website oder andere Systeme betroffen seien.

Die Betroffenen lässt das in völliger Unklarheit, was denn eigentlich geschehen ist und wie groß die dadurch entstandene Gefahr ist, dass ihre Daten missbräuchlich genutzt werden. Sollten Kriminelle die Daten heruntergeladen haben, könnten diese zum Beispiel zum Verfassen glaubhaft erscheinender Phishing-Mails genutzt werden.

Sicher kann man sich in diesem Fall nur sein, dass Amazons Schweigsamkeit nicht unbedingt dazu beiträgt, das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen zu stärken.

Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Fühlen

"Eltern sind nur Menschen und Menschen sind nicht perfekt" – Was wir aus den Beziehungen unserer Eltern gelernt haben

Unsere Eltern prägen uns. Wie sie miteinander umgehen beeinflusst, wie wir unsere eigenen Beziehungen führen. Das ist ganz normal, erklärt die Psychologin Micaela Peter

"Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für ihre Kinder. Ihr Umgang schafft eine erste Vorstellung davon, wie eine Beziehung aussieht. Gleichzeitig findet in der Pubertät eine erste Abgrenzung statt. Die ist wichtig: So entwickeln Jugendliche ihre eigene Identität, ihr eigenes Konzept einer Beziehung". 

Aber was habt ihr aus der Beziehung unserer Eltern gelernt? Was macht ihr genauso wie Mama und Papa, was völlig anders?

Das haben wir sechs Menschen gefragt. Hier sind ihre Antworten.  

Mareike*, 33:

Ich bin die Nachzüglerin in meiner Familie. Meine Eltern sind schon 70 Jahre alt und bald 50 Jahre zusammen. Sie führen eine klassische, eher konservative Beziehung. Papa hat das Sagen, ging arbeiten, und Mama schmiss den Haushalt.

Dadurch habe ich das Gefühl, dass die beiden komplett abhängig voneinander sind. Mein Vater würde ohne meine Mutter wahrscheinlich verhungern und meine Mutter wäre ohne ihn finanziell aufgeschmissen.

Aber ich bewundere sie auch für ihr Durchhaltevermögen und ihre Geduld miteinander. Ihr Verhalten zeigt mir, dass Meinungsverschiedenheiten oder nervige Angewohnheiten zu einer Beziehung dazu gehören. So etwas muss kein Trennungsgrund sein.

Denn beide haben in den 50 Jahren an sich gearbeitet und sind gemeinsame Schritte gegangen. Diesen Willen zur Arbeit am Miteinander nehme ich auch in meine Beziehung mit.

Dabei möchte ich aber eigenständig bleiben und wünsche mir das auch von meinem Partner. Mal putze und koche ich, mal putzt und kocht er. Wir beide haben unser eigenes Einkommen und einen eigenen Freundeskreis.   

Ich möchte einfach niemals das Gefühl haben, dass ich mit meinem Partner zusammenbleibe, weil ich es muss

Simon, 26: