Bild: dpa / Sdmg / Friebe
Was ist passiert?

Flüchtlinge begehen genauso oft oder seltener Straftaten als Vergleichsgruppen in der deutschen Bevölkerung. Das geht aus einem Bericht des Bundeskriminialamts (BKA) hervor (SPIEGEL ONLINE).

Demnach ist die Zahl der Straftaten, an denen Zuwanderer beteiligt waren, zwar gestiegen. Allerdings weniger stark als die Zahl der Flüchtlinge. In absoluten Zahlen bedeuten mehr Zuwanderer logischerweise auch mehr Straftaten.

Stark zugenommen hätten Straftaten gegen Asylbewerber aus "fremdenfeindlichen und persönlichen Motiven." Sie seien "quantitativ und qualitativ" stark gestiegen, gab das BKA bekannt.
Häufig sind die Straftaten der Asylbewerber nur leichte Delikte.

Die Straftaten, die Asylbewerber begehen, sind oft nur leichte Delikte. Rund ein Drittel der Straftaten sind sogenannte "Vermögens- und Fälschungsdelikte". In zwei Drittel dieser Fälle sind Flüchtlinge schwarzgefahren oder haben einen Ausweis gefälscht.

Danach folgen Diebstähle, Körperverletzungen und Staftaten gegen die persönliche Freiheit. Oft sind andere Asylbewerber dabei die Opfer, insbesondere Syrer und Afghanen seien betroffen.

Gewalt gegen Flüchtlinge und Politiker

Sorgen machen sich die Ermittler über die Gewalt gegen Asylbewerberheime. Bis zum 9. November 2015 hat es bereits mehr als dreimal so viele Angriffe auf Asylunterkünfte gegeben, wie im Vorjahr. Auch die Gewalt gegen Zuwanderer nehme kontinuierlich zu – genauso wie die gegen Politiker.

Worauf der Bericht basiert

Der Bericht basiert auf Daten aus zwölf Bundesländern. Sie stammen aus dem Vorgangsbearbeitungssystem der Polizei. Es geht bei den Zahlen also nicht um rechtskräftige Verurteilungen. Deshalb könne der Bericht nur eine Tendenz abbilden.

Gezählt wurden 141.000 aufgeklärte Straftaten, an denen mindestens ein Zuwanderer beteiligt gewesen sein soll. Untersuchungszeitraum war Januar bis September 2015. Asylbewerber werden von den Behörden nicht eigens erfasst, deshalb benutzt das BKA den Begriff Zuwanderer (Tagesschau). Darunter fallen diverse Gruppen:

  • Asylbewerber
  • geduldete Personen
  • Kontingents- oder Bürgerkriegsflüchtling
  • Personen, die sich "unerlaubt" in Deutschland aufhalten.
Warum ist das wichtig?

Auf Facebook wird immer wieder gegen Flüchtlinge gehetzt – meist mit völlig frei erfundenen Horrorgeschichten. Beispielsweise wird der Eindruck erweckt, Asylbewerber begingen besonders häufig Sexualdelikte.

Das ist falsch: Der Anteil der durch Zuwanderer begangenen Sexualdelikte liege bei unter einem Prozent, teilte das BKA mit. Innenminister De Maizière hatte den Bericht in Auftrag gegeben, um falschen Gerüchten über steigende Kriminalitätsraten belastbare Zahlen entgegenhalten zu können.

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