Bild: dpa/Swen Pförtner/

Ich finde den Kunstprotest des Zentrums für politische Schönheit richtig gut: Ein eigenes Holocaust-Mahnmal für den rechtsradikalen AfD-Einpeitscher Björn Höcke, direkt vor seinem Haus in Bornhagen. Angeblich spähen Aktivisten Höcke außerdem seit Monaten aus.

Weil er das Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet hat. Weil er und seine AfD-Freunde nicht ständig an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte erinnert werden möchten.

Für ihre Kunstaktion bekommen die Künstler nun viel Kritik – auch von Menschen, die nicht im Verdacht stehen, besonders AfD-freundlich zu sein:

  • Björn Höcke bekomme zu viel Aufmerksamkeit. Die AfD könne sich einmal mehr als Opfer darstellen.
  • Der Protest sei gar nicht echt, nur eine kurze Aktion für schnelle PR. Er tue Aktivisten unrecht, die sich seit Jahren gegen Rechts engagieren.
  • Am Ende gehe es nur darum, Björn Höcke die Zunge herauszustrecken: Sieh, was wir gegen deinen Willen tun können. Das kopierte Holocaust-Mahnmal sei nur Ausstattung.
  • Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas werde deshalb mit der Kunstaktion instrumentalisiert. Es gehe gar nicht um die Opfer des Holocausts.

Ich kann die Kritik nachvollziehen. Trotzdem halte ich die Aktion für gelungen, gerade weil sie für Empörung sorgt.

Die Stelen in Höckes Nachbargarten sind kein billiger Trick, sondern das maximale Symbol.

Eine radikale Aktion. Einigen ist das zu krass.

Aber nicht die Kunstaktion ist daneben. 

Daneben sind die Rechtsradikalen, die in der AfD zunehmend den Ton angeben und die immer öfter und unverhohlen das Holocaust-Gedenken in Frage stellen.

Das Zentrum für politische Schönheit will die Höckes nicht davonkommen lassen. Nicht hinnehmen, dass der Holocaust relativiert wird, abgetan als ein geschichtliches Ereignis unter vielen anderen.

Klar: Wir brauchen langfristiges, nachhaltiges Engagement gegen Rechts. Eine Kunstaktion kann das nicht ersetzen. Aber das behauptet ja auch niemand! Was sie aber kann: Irritieren und kurz noch einmal daran erinnern, was hier in Deutschland gerade passiert.

Es ist doch so: Wir reden über den unsäglichen Revanchismus des Höcke-Fanclubs AfD. Die Aktion wird im Landtag diskutiert, in den Medien. Sie hat gezündet, und dank des Crowdfundings kann sich Höcke die Stelen noch eine ganze Weile länger ansehen.

Die Kritiker mäkeln trotzdem und wirken auf mich dabei staatstragend und seltsam beleidigt – als würden sie nur kritisieren, weil sie es selbst nicht besser hinbekommen.

Wirklich eine gute Idee? Hier ist die Gegenposition:

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5 Gründe, jetzt "Paddington 2" im Kino zu gucken

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Der Knuddelbär ist zurück!

Schon im Jahre 2014 hat sich der knuffelige Teddybär im Dufflecoat und mit Hut in Millionen Herzen der Zuschauer gespielt und war wider Erwartungen der Überraschungshit (mit weltweit eingespielten 260 Millionen Dollar). Die Mischung zwischen Animations- und Realfilm kam unwahrscheinlich gut an und wurde deshalb in ein neues Abenteuer gepackt.

Paddington (deutsche Synchronisation: Elyas M’Barek) hat es sich nach seinem letzten Abenteuer in London gemütlich gemacht und lebt nun mit Henry (Hugh Bonneville) und Mary Brown (Sally Hawkins) im beschaulichen Windsor Garden, wo er von allen Nachbarn abgöttisch geliebt wird. Als der 100. Geburtstag von Tante Lucy (Imelda Staunton) bevorsteht, braucht Paddington Geld, denn er hat in einem Antiquitätenladen ein besonderes Pop-up-Buch entdeckt, was er ihr nach Peru schicken will.

Also fängt er an zu arbeiten und muss feststellen, dass es für einen tollpatschigen Bären gar nicht so einfach ist, sein eigenes Geld zu verdienen. Nach allen Strapazen wird dem weichen Bären auch noch das schöne Buch geklaut. Gemeinsam mit Familie Brown macht sich Paddington auf die Suche nach dem Dieb, doch diese erweist sich als komplizierter als gedacht, denn der Dieb ist ein Meister der Verkleidung.