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Die AfD zieht viele rechtspopulistische Politiker an – aber nur wenige schimmern so braun wie der Thüringer Landeschef Björn Höcke. In der Vergangenheit hielt er Vorträge über die Rassentheorie der NS-Zeit und wünschte sich für Deutschland "1000 Jahre" Zukunft. Vergangene Woche hielt er in Dresden eine Rede wider die Aufarbeitung des 2. Weltkrieges (bento).

Die Hauptaussage: Die Deutschen würden ihre eigene Geschichte verkennen, wenn sie nur den Opfern des Nationalsozialismus gedenken.

Laut einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" ist das Gefasel von Höcke nun auch anderen AfD-Mitgliedern zu viel. Am Montag will der Bundesvorstand demnach in einer Telefonkonferenz über die Zukunft Höckes entscheiden. Die "Thüringer Allgemeine" beruft sich auf Parteikreise.

Bereits am Freitag hätten sich auf einer Sitzung des Bundesvorstands in Berlin acht von elf anwesenden Mitgliedern für ein Ausschlussverfahren ausgesprochen. Vor allem Höckes jüngste Äußerungen zum Holocaust sollen auf scharfe Kritik gestoßen sein.

Bei dem Treffen am Freitag gegen Höcke: die AfD-Chefin Frauke Petry. Sie habe laut AfD-Kreisen den Rauswurf "leidenschaftlich" unterstützt. Für Höcke waren hingegen Alexander Gauland und André Poggenburg. Poggenburg gilt mit Höcke als Spitze des nationalen Flügels der AfD, Gauland war in der Vergangenheit ebenfalls öfter mit rechten Äußerungen aufgefallen – unter anderem gegen den Fußballer Jerome Boateng.

Darum geht es – Die kritischen Aussagen Höckes aus der Dresdner Rede:
"Die Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in seine Hauptstadt pflanzt."
Er meint: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Es erinnert an die Ermordung von sechs Millionen Juden im 2. Weltkrieg.
"Bis heute sind wir nicht in der Lage, unsere eigenen Opfer zu betrauern."
Er meint: Anstatt an die Opfer der Nazis zu erinnern, sollte Deutschland gefallenen Soldaten mehr Beachtung schenken.
"Diese lächerliche Bewältigungspolitik lähmt uns. Wir brauchen eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad."
Und die Erinnerungskultur sei eine "nach 1945 begonnenen Umerziehung", die Demokratisierung eine "Rodung deutscher Wurzeln".
Er meint: Wir sollen uns auf die NS-Zeit besinnen. Alles danach war von den USA inspirierter demokratischer Quatsch.
Die Alliierten wollten "mit der Bombardierung der deutschen Städte nichts anderes als uns unsere kollektive Identität rauben."
"Ich möchte euch als neue Preußen", rief er den Jugend-Mitgliedern der AfD zu.
Er meint: Er will einen neuen Militärstaat, ein autoritäres Deutschland wie zu Kaisers Zeiten.
Die AfD dürfe nicht "den Kontakt zu befreundeten Bürgerbewegungen verlieren".
Er meint: vor allem die fremdenfeindliche Pegida. Offiziell hält die AfD eigentlich Abstand.
Die Rede ist auf dem YouTube-Kanal des rechten Mediums "CompactTV" zu sehen.
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