Bild: dpa / Martin Schutt

Die AfD hat sich entschieden: Rechtsextreme Ideen sind in der Partei willkommen. Denn am Montag hat sich die Parteiführung gegen ein Parteiausschlussverfahren des Thüringer Landeschefs Björn Höcke gestimmt (tagesschau.de).

Höcke gilt als Rechtsaußen in der Rechtsvondermittepartei – und ist deshalb umstritten. Vergangene Woche hielt er in Dresden eine Rede, in der er die deutsche Erinnerungskultur angriff (bento). Seine krude These: Das Gedenken an den Holocaust und das Mahnmal für die ermordeten Juden würde die deutsche Identität unterdrücken. In der AfD wurde daher darüber nachgedacht, sich von Höcke zu trennen. Die AfD-Chefin Frauke Petry soll laut der "Thüringer Allgemeinen" dafür gewesen sein.

Bei der Diskussion des Bundesvorstandes wurde der Antrag nun abgewiesen. Die Entscheidung fiel laut WDR-Informationen einer mehr als drei Stunden andauernden und lautstark geführten Telefonkonferenz. Für Höcke sollen sich vor allem Alexander Gauland, Jörg Meuthen und André Poggenburg eingesetzt haben.

Poggenburg gilt mit Höcke als Spitze des nationalen Flügels der AfD, Gauland war in der Vergangenheit ebenfalls öfter mit rechten Äußerungen aufgefallen – unter anderem gegen den Fußballer Jérôme Boateng. Zur Begründung sagte Poggenburg:

"Eine Volkspartei braucht ein breites Spektrum und auch Randpositionen, die man aushalten muss."

Höcke selbst hatte auf Facebook geschrieben, seine Rede sei missverstanden worden. Er wollte nicht das Holocaust-Mahnmal als Schande bezeichnen, sondern als Erinnerung an die Schande. Das Zitat in seiner Rede lässt sich allerdings zweideutig verstehen. Und andere Zitate wiederum sind eindeutig:

"Die Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in seine Hauptstadt pflanzt."
Er meint: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Es erinnert an die Ermordung von sechs Millionen Juden im 2. Weltkrieg.
"Bis heute sind wir nicht in der Lage, unsere eigenen Opfer zu betrauern."
Er meint: Anstatt an die Opfer der Nazis zu erinnern, sollte Deutschland gefallenen Soldaten mehr Beachtung schenken.
"Diese lächerliche Bewältigungspolitik lähmt uns. Wir brauchen eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad."
Und die Erinnerungskultur sei eine "nach 1945 begonnenen Umerziehung", die Demokratisierung eine "Rodung deutscher Wurzeln".
Er meint: Wir sollen uns auf die NS-Zeit besinnen. Alles danach war von den USA inspirierter demokratischer Quatsch.
Die Alliierten wollten "mit der Bombardierung der deutschen Städte nichts anderes als uns unsere kollektive Identität rauben."
"Ich möchte euch als neue Preußen", rief er den Jugend-Mitgliedern der AfD zu.
Er meint: Er will einen neuen Militärstaat, ein autoritäres Deutschland wie zu Kaisers Zeiten.
Die AfD dürfe nicht "den Kontakt zu befreundeten Bürgerbewegungen verlieren".
Er meint: vor allem die fremdenfeindliche Pegida. Offiziell hält die AfD eigentlich Abstand.
Die Rede ist auf dem YouTube-Kanal des rechten Mediums "CompactTV" zu sehen.
1/12

Gerechtigkeit

Mit geflochtenen Haaren gegen Trumps Mauer

Frauen aus Mexiko und den USA haben sich an der gemeinsamen Grenze getroffen und ihre Haare zusammenflechten lassen. Das Ziel dahinter? Ein Zeichen gegen Donald Trump. In seiner Wahlkampagne hatte er davor gewarnt, dass aus Mexiko hauptsächlich Drogendealer und Vergewaltiger kämen – und den Bau einer Mauer versprochen.

Im Video seht ihr, wie die Aktion ankam.