Bild: Pixabay; Montage: bento
In Ägypten wurde eine Fatwa ausgesprochen.

Seit Wochen ist die Kryptowährung Bitcoin in den Medien. Ein Kurssturz vor Weihnachten schreckte Anleger auf, aber wer früh investiert hat, ist reich geworden. Finanzexperten warnen gleichzeitig vor einem finalen Crash. 

Jetzt hat ein islamischer Gelehrter ein Machtwort gesprochen – und Bitcoin für verboten erklärt.

Der Mufti Magdy Ashour hat die Fatwa ausgesprochen. Er arbeitet für das angesehene ägyptische Fatwa-Amt Dar al-Ifta. (Egypt Independent)

Die ägyptische Behörde ist keine religiöse Instanz im Islam, hat aber im Nahen Osten eine große Reichweite. Eine Fatwa ist eine Empfehlung, an die sich gläubige Muslime halten können, aber nicht müssen.

Die Begründung von Ashour: Durch Bitcoin werde Terrorismus finanziert. Da es keine Sicherheit gebe, wohin das Geld gehe, sollten Muslime nicht damit handeln. Außerdem gebe es beim Bitcoin-Handel keine festen Regeln. Im Islam braucht ein Handel aber einen Vertrag – ohne entsprechende Regelungen sei Bitcoin daher zu unsicher.

Auch der saudischer Kleriker Assim al-Hakim hat sich kritisch gegenüber Kryptowährungen geäußert: "Bitcoin bleibt anonym, daher ist es eine offene Tür für Geldwäsche und Drogengeld." Muslime sollten sich daher nicht auf diese "dubiosen Transaktionen" einlassen. Es sei unislamisch. (Al-Araby)

Noch Fatwa-frei ist das hier:


Gerechtigkeit

Türkische Religionsbehörde denkt, Mädchen seien ab 9 Jahren heiratsfähig

Die Türkei lockert weiter die Vorschriften für Kinderehen – und entmündigt die Eltern. Das zeigt eine neue Empfehlung der obersten türkischen Religionsbehörde Diyanet. Auf der Homepage der Behörde hieß es seit Dienstag, Mädchen seien bereits ab dem Alter von neun Jahren heiratsfähig, Jungen ab dem Alter von zwölf Jahren.

Der Grund: Ab dann kämen Mädchen und Jungen in die Pubertät. Mädchen sind also laut Diyanet bereits ab neun Jahren gebärfähig. Entsprechend könnten sie dann bereits heiraten, eine Zustimmung von Eltern oder anderen Schutzbefohlenen zur Ehe sei nicht nötig. 

Nach zwei Tagen der Entrüstung hat Diyanet die Empfehlung am Donnerstag zerknirscht zurückgenommen.

Das Manöver sorgt in der Türkei trotzdem weiter für Aufregung: Kritiker fürchten, dass nun mehr Kinderehen möglich werden.