Am Wochenende waren im englischen Birmingham Anhänger der "English Defence League" zusammengekommen. Die EDL entstand aus der Hooligan-Szene und gilt als rechtsextreme Organisation, in Großbritannien versucht sie vor allem gegen Flüchtlinge und Muslime Stimmung zu machen.

Die jüngste Demonstration wurde für die Rechten jedoch zum PR-Problem. Nur aufgrund dieses einen Fotos:

Auf dem Foto ist ein Anhänger der EDL zu sehen, wie er wütend eine Gegendemonstrantin anschreit. Die schaut bloß mit amüsiertem Blick und entspannter Haltung auf den Zorn des Mannes herab. 

Das Bild wurde von der britischen Abgeordneten Jess Phillips am Samstag auf Twitter geteilt. Bis Montag hat es bereits mehr als 9000 Retweets und mehr als 17.000 Likes bekommen. Phillips schreibt dazu: 

"Wer sieht hier so aus, als habe er Macht? Die echte Brummy [Birminghamerin] links oder der EDL, der extra für einen Tag in die Stadt migriert ist und sich doch nicht integrieren konnte?"
Das steckt hinter dem Bild:

Die EDL konnte in Birmingham nur rund 100 Menschen für ihre Demonstration begeistern ("The Guardian"), viele davon waren extra angereist. Mit ihrem Hass auf Flüchtlinge waren die Rechten also ziemlich allein.

Die Frau auf dem Foto hingegen ist Saffiyah Khan, gebürtig aus Birmingham. "Ich mag es nicht, wenn sich Typen in meiner Stadt zusammenrotten", sagte sie der BBC. Ursprünglich habe sie sich gar nicht einmischen wollen. Doch als ein Freund von mehreren EDL-Anhängern umzingelt wurde, sei sie hingegangen, um ihn zu verteidigen. 

Im Augenblick des Aufeinandertreffens sei das Foto entstanden, sie selbst habe sich von dem Mann nicht einschüchtern lassen. "Er hat mit seinen Fingern in mein Gesicht gegriffen. Es war eine sehr aggressive Stimmung", erzählt Saffiyah. Weil ein Polizist vor Ort war, habe er sich jedoch zurückgezogen. 

Die EDL hatte – nachdem das Foto viral ging – ihre eigene Version der Geschichte auf Facebook verbreitet. Demnach habe Saffiyah eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags von Stockholm gestört. Sie habe "den üblichen 'Nazi'-Mist" gerufen und "keinen Respekt" gezeigt. Der Facebook-Post hat 130 Likes.


Grün

Eine Neunjährige hat ihre Regierung verklagt – im Kampf gegen den Klimawandel
Was in Indien passiert, könnte wichtig für uns alle werden.

Den Müll reduzieren, das Auto mal stehenlassen, die Ernährung umstellen – es gibt vieles, was jeder Einzelne tun kann, um den Klimawandel zu stoppen. Für Ridhima Pandey aus Indien gehört ein weiterer Punkt dazu: die Regierung verklagen.

Die Neunjährige ist der Meinung, dass die indische Regierung nicht genug tut, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. In einer offiziellen Klage geht sie daher nun gegen das Umweltministerium vor (hier ist die Klageschrift auf Englisch).