Bild: Schubert

Mit einem Jahr sind Bio-Legehennen zu alt für ihren Job. Sie legen nicht mehr genügend Eier – rentieren sich also nicht mehr für die meisten Bauern, die vom Marktpreis abhängig sind und ihre Mitarbeiter bezahlen müssen. Normalerweise ist die nächste Station der Schlachter, dann folgt der Suppentopf.

Der Chef des Geflügelhofs Schubert im fränkischen Unterrüsselbach hatte eine andere Idee: Peter Schubert verkauft die pensionierten Hennen an Privatleute, nur am heutigen Mittwoch und für je drei Euro pro Tier.

"Es ist doch schade, wenn man die Hühner einfach zu Suppenhühnern verarbeitet. So können sie noch mal ein Jahr länger leben, oder zwei oder drei."
Peter Schubert

Die pensionierten Hühner legen durchaus noch Eier, ihre Legeleistung liegt bei etwa 70 Prozent. Das heißt, an 100 Tagen produzieren sie im Schnitt noch 70 Eier.

Gerald Wehde, Sprecher von "Bioland", sagt deshalb: "Man kann die Hühner auch länger halten und eine zweite Legeperiode mit geringerer Leistung einlegen." Im Biobereich würden das schon einige Betriebe machen, man spare schließlich umgekehrt das Geld für neue Junghühner. 

"Wenn ich als Betrieb das Leben der Hühner nicht verlängere, ist der Verkauf eine gute Idee", sagt Wehde. Für Privatpersonen seien 70 Prozent Leistung auf jeden Fall ausreichend.

(Bild: Schubert)

Schubert ist erst am Montag auf die Idee gekommen, die ausrangierten Hennen zu verkaufen; vor ihm haben das auch schon andere Bauern in der Region gemacht. Es folgten eine Anzeige in den "Nürnberger Nachrichten" – und heute Morgen die ersten Kunden. Rentner, Familien, sogar aus dem 30 Kilometer entfernten Fürth seien Menschen gekommen. 

Das hätte er nicht erwartet, sagt Schubert. Er stelle fest, dass wieder mehr Privatleute Hühner anschaffen, die Zeit der Kleinhaltungen sei nicht vorbei. Im Gegenteil: "Die Leute wollen ein Stück zurück in die Natur." Auch Wehde sieht "einen kleinen Trend" dahin, wieder selbst Tiere zu halten.

Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, "dass die Tiere nur an Halter abgegeben werden, die ihnen auch eine entsprechend tiergerechte Haltungsumgebung bieten können". Wenn das der Fall ist, könnten sie noch ein langes Leben führen.

Angst, dass die Hennen in die falschen Hände geraten, habe er nicht, sagt Schubert.

Viele Kunden hätten ihm von ihrem Garten zuhause erzählt, von dem Stall, den sie gebaut haben. "Die hatten alle schon mal Hühner, die kennen sich aus."

Insgesamt sollen 1800 Hennen in den Ruhestand, 70 davon hatte Schubert am Mittwochvormittag schon verkauft. Die Hennen, die am Ende des Tages übrig bleiben, werden geschlachtet. "Ich brauche ja auch Suppenhühner für den Hofladen, aber nicht so viele."


Today

Warum wird Großbritannien immer wieder Ziel von Anschlägen?

Laut Premierministerin Theresa May war es der der dritte islamistische Angriff in Großbritannien innerhalb weniger Monate: Am Samstagabend überfuhren Angreifer auf der London Bridge im Zentrum der Hauptstadt mehrere Fußgänger mit einem Lieferwagen. Anschließend verließen sie das Fahrzeug und stachen im nahegelegenen Borough Market auf Besucher ein. Sieben Menschen starben, mindestens 48 weitere wurden verletzt. (bento)

Schon im März hatte es eine ganz ähnliche Attacke gegeben: Damals hatte ein Mann mehrere Menschen vor dem Parlament in Westminster überfahren und anschließend auf Polizisten eingestochen (bento). Vor knapp zwei Wochen hatte sich außerdem ein Selbstmordattentäter nach einem Ariana-Grande-Konzert in Manchester in die Luft gesprengt und mehr als 20 Menschen getötet (bento).

Theresa May sagte am Sonntagvormittag, die drei Vorfälle seien zwar "nicht verbunden durch ein gemeinsames Netzwerk", aber durch eine gemeinsame Ideologie, den militanten Islamismus. (SPIEGEL ONLINE, The Guardian)