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5 Fakten, die zur Vorsicht raten

In welchem Restaurant soll ich essen? In welchem Hotel übernachten? Und zu welchem Arzt soll ich gehen?

Bei all diesen Entscheidungen hilft das Internet. Denn dort gibt es Bewertungen: eins bis fünf Sterne, die Erfahrungen, die andere Menschen gemacht haben und ausdrücken. Auf solche Erfahrungen kann man bauen – denn sie stammen ja von Leuten wie uns, oder nicht?

Wie aktuelle Recherchen von Spiegel und Spiegel TV zeigen, sind Online-Bewertungen wohl doch nicht so authentisch, wie sich Verbraucherinnen und Verbraucher das wünschen. Denn Unternehmen können sich die guten Bewertungen ganz einfach kaufen. (Artikel hinter der Paywall)

Dazu 5 Fakten:

1

Gute Online-Bewertungen sind heute für Dienstleister und Unternehmen sehr wichtig. 

Kunden orientieren sich bei ihren Kaufentscheidungen stark an diesen Bewertungen. Außerdem ordnen Suchmaschinen und andere Portale Unternehmen oft nach den Bewertungen an. Das Angebot mit der besten Bewertung steht ganz oben – und erhält somit auch mehr Aufmerksamkeit. Auch das kann im Zweifel geschäftsentscheidend sein.

2

Es gibt Firmen, bei denen man Bewertungen kaufen kann.

Will ein Unternehmen oder Dienstleister sein Image im Netz aufwerten, muss es nicht selbst zur Tat schreiten. Es kann ganz einfach jemanden dafür beauftragen, gute Bewertungen auf Portalen wie Amazon, Google, Holidaycheck oder Jameda zu schreiben.

Firmen dafür gibt es verschiedene, in Deutschland heißen die größten "Goldstar und Five Star". Dort kann man beispielsweise drei Amazon-Bewertungen für 43 Euro kaufen.

Die Plattformen vergeben Testaufträge an externe Tester – die das Produkt oder die Dienstleistung testen sollen, eine Bewertung schreiben und dafür dann wiederum eine Bezahlung erhalten.

3

Ob die Tester wirklich objektiv bewerten, kann allerdings bezweifelt werden. Auch, ob sie überhaupt testen.

Nach Darstellung des Betreibers von "Goldstar" handelt es sich bei den Rezensionen seines Unternehmens zwar um gekaufte, aber trotzdem ehrliche Bewertungen. Die Tester seien verpflichtet, die Produkte tatsächlich zu testen – und in ihrer Bewertung völlig frei.

Die Recherchen von Spiegel und Spiegel TV lassen allerdings Zweifel an dieser Darstellung zu. Denn Testaufträge könnten auch hunderte Kilometer von zu testenden Betrieben entfernt ausgeführt werden. Zudem stünden in den Aufträgen, die Tester erhielten oft schon die Wünsche der Kunden – und die sind meistens eindeutig: fünf Sterne. Die Erkenntnisse deuten deshalb eher darauf hin, dass dort massenhaft Fake-Bewertungen geschrieben werden.

4

Wie viele Fake-Bewertungen es gibt, ist schwer zu sagen.

Es gibt zwar Möglichkeiten, gefälschte oder gekaufte Bewertungen herauszufiltern – zum Beispiel mithilfe von Algorithmen, dafür geschulten Mitarbeitern oder Nutzerhinweisen. Doch auch die Fälscher werden immer besser. Und lange nicht jedes Portal kümmert sich überhaupt um gefälschte Bewertungen.

Amazon zum Beispiel gibt an, dass es höchstens ein Prozent Fake-Bewertungen auf der Website hat. Belegen kann das Unternehmen das jedoch nicht.

5

Verbraucherschützer raten deshalb: Skeptisch bleiben.

Weil man sich nie sicher sein kann, ob eine Bewertung echt ist.


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