Bild: dpa/Britta Pedersen
Die 2-Minuten-Regel

Es soll eigentlich praktisch sein: Wer in der Bahn ein Handyticket kauft, muss nicht vor dem Automaten warten oder sein Kleingeld sortieren. Ganz einfach soll sich der Fahrgast mit seinem eigenen Smartphone einen Fahrschein kaufen können.

Wer aber in Berlin mit einem gerade gelösten Handyticket in die Bahn steigt, muss in manchen Fällen trotzdem ein Bußgeld zahlen. Der Grund dafür: Die vielen Menschen unbekannte Zwei-Minuten-Regel.

Von der hat ein Fahrgast in Berlin vergangene Woche erfahren.

Der Journalist Jakob Wais wollte nach einem Kurzurlaub vom Flughafen in die Innenstadt fahren. Am Bahnsteig kaufte er mit der App um 19.12 Uhr ein Ticket. Danach stieg er in die Bahn und wurde kurz darauf kontrolliert. Der Kontrolleur habe sein Ticket nicht akzeptiert, da er es erste eine Minute vor Abfahrt gelöst habe, schrieb er auf Twitter.

Denn: Nur wer seinen Fahrschein mindestens zwei Minuten vor Fahrtantritt kauft, hat ein gültiges Ticket. 

Auf Twitter postete er ein Foto von seinem Fahrschein und schrieb dazu: 

"Selbstverständlich zeigte ich dem Kontrolleur sofort mein Ticket zur Kontrolle, wurde daraufhin aber vom Kontrolleur in aggressiver Weise belehrt, dass mein Ticket nicht gültig sei, da ich es nicht mindestens zwei Minuten vor Fahrtantritt gekauft habe."

Ein Sprecher der Bahn bestätigte diese Regel inzwischen (Tagesspiegel): Fahrgäste sollen so daran gehindert werden, ihr Ticket erst dann zu buchen, wenn Kontrolleure in die Bahn einsteigen. 

Jakob Wais muss die 60 Euro nun nicht zahlen, die Bahn spricht in einem Brief an ihm von einem "technischen Defekt", wodurch das Ticket nicht richtig habe dargestellt werden können. Die S-Bahn stellte den Vorgang gegen ihn ein - "aus Kulanz", wie sie schreibt

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels haben wir ein Bild der BVG verwendet. Die S-Bahn Berlin gehört nicht dazu. Wir haben das Bild ausgetauscht.


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