Bild: Henning Kaiser/dpa

Der Berliner Senat will den Drogenkonsum sicherer machen: Die rot-rot-grüne Koalition in der Hauptstadt startet am Donnerstag ein Modellprojekt zum "Drug-Checking". Dabei sollen zum Beispiel Pillen vom Schwarzmarkt chemisch analysiert und auf ihre genauen Inhaltsstoffe untersucht werden. Die Ergebnisse sollen dann veröffentlicht werden, damit Konsumentinnen und Konsumenten sehen können, was in ihren Drogen drin ist.

Wie läuft das Drug-Checking ab?

Für das Projekt stehen 30.000 in diesem und 120.000 Euro im kommenden Jahr bereit. Ausgeführt werden sollen die Drogentests von Organisationen der Berliner Drogen- und Suchthilfe. Bevor es aber losgehen kann, sollen diese ein Gutachten zur rechtlichen Machbarkeit des Angebots einholen. Denn wegen der Rechtslage in Deutschland benötigt Berlin für das Testangebot eine Ausnahmegenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel- und Medizinprodukte.

Beim Drug-Checking selbst sollen dann Experten kleine Proben der jeweiligen Droge analysieren – auf den Anteil des Hauptwirkstoffes und den der beigemischten Inhaltsstoffe.

In der Schweiz gibt es schon seit Jahren solche Programme. In Zürich etwa bietet das Drogeninformationszentrum zweimal in der Woche Termine an, an denen Drogen zur Analyse abgegeben werden können. Das Ergebnis kann man später erfragen, Warnungen werden auch im Internet veröffentlicht. Mehrmals im Jahr gibt es außerdem ein mobiles Drug-Checking an verschiedenen Stellen in der Stadt. Dann werden die Drogen innerhalb einer halben Stunde analyisiert.

In den online veröffentlichten Warnungen wird dann etwa vor den Nebenwirkungen gewarnt, die bei besonders hohen Dosierungen auftreten können. Auch über den Wirkstoffgehalt können sich Konsumentinnen und Konsumenten so informieren.

Wie konkret das Drug-Checking in Berlin aussehen wird, ist allerdings noch völlig offen. Sobald die Rechtslage geklärt ist, soll zunächst Personal eingestellt und die nötige Ausrüstung zur Analyse angeschafft werden. Geplant ist aber auch hier eine Internetseite, auf der die Ergebnisse der Untersuchungen veröffentlicht werden.

Mit Material von dpa


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Harvey Weinstein soll auch eine 16-Jährige sexuell belästigt und angegriffen haben
Zwei Fragen, zwei Antworten

Gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein laufen bereits umfangreiche Ermittlungen, doch die Liste der Frauen, die ihm sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung vorwerfen, wird immer länger: Laut einer Zivilklage soll Weinstein 2002 eine 16-Jährige sexuell belästigt und angegriffen haben. 

Was ist passiert?

Laut Gerichtsdokumenten, aus denen US-Medien zitieren, hatte Weinstein die 16-jährige Polin bei einer Veranstaltung ihrer Modelagentur in den USA kennengelernt. Wenige Tage später soll er die junge Frau in seiner New Yorker Wohnung bedrängt und sexuelle Handlungen von ihr gefordert haben.

Das lehnte sie ab, Weinstein ließ aber nicht nach: Noch über Jahre hinweg habe er die Frau belästigt, heißt es in den Dokumenten. Er habe ihr versprochen, ihr zu einer Filmrolle zu verhelfen, dies aber nicht getan, weil sie seinen sexuellen Forderungen nicht nachgegeben habe.

Weinsteins Anwalt Ben Brafman wies die Vorwürfe als haltlos zurück: "Diese Behauptung ist absurd, und am Ende wird sich dieser unbestätigte, fast 20 Jahre zurückliegende Vorwurf als offenkundig falsch herausstellen, genauso wie andere als Lügner enttarnt wurden."

Wie umfangreich sind die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein?

Mehr als 80 Frauen aus der Filmindustrie erheben Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten, mindestens 13 davon soll er vergewaltigt haben. In einem Strafprozess muss er sich derzeit wegen Vergewaltigung verantworten, im Mai wurde Weinstein verhaftet. Der 66-Jährige hat in der Vergangenheit Fehlverhalten eingeräumt, aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex zurückgewiesen.