Upps

Wenn die Polizei Fotos oder Videos von Verdächtigen ins Netz stellt, dann ist das: eine öffentliche Fahndung. Wenn aber Privatpersonen im Netz mit Bildern nach mutmaßlichen Tätern suchen, dann ist das: verboten.

In Berlin wurde nun ein U-Bahn-Pöbler gefasst, nachdem Bilder seiner Tat im Netz gelandet waren. Doch die Berliner Polizei ist wenig glücklich über den Hergang – weil sie die Bilder nicht geteilt hat. Dass sie trotzdem im Netz landeten, sei wenig hilfreich gewesen.

Nun kam heraus: Es waren wohl selbst Berliner Polizisten, die das Video vom U-Bahn-Schläger gestreut haben.

Aber von vorn: Am Freitag vor einer Woche griff ein Mann in der U-Bahn einen Polizisten an. Ein Dritter filmte die Tat. Der Angreifer bepöbelte und bespuckte den Polizisten.

Zwei Tage später landete ein Videoschnipsel im Netz, insgesamt eine halbe Minute: Das Video zeigt, wie der Angreifer den Polizisten schubst. Außerdem beschimpft er den Beamten: "Ich habe weder Respekt vor Vater Staat, weder Respekt vor dir. Auf deine scheiß Uniform rotze ich, Alter. Hast du gerade gesehen?" Der Polizist bleibt gelassen. Andere kommen nicht zu Hilfe.

Knapp eine Woche später wird der mutmaßliche Täter, ein 23-Jähriger, bereits erwischt. Dank des geteilten Videos. 

Die Berliner Polizei dankt für die Hilfe – aber verurteilt den Upload: 

Allerdings hat die Polizei das Video höchstwahrscheinlich selbst in Umlauf gebracht.

Nach Informationen des "Tagesspiegel" kursierte das Video zunächst in Gruppenchats von Polizeibeamten bei WhatsApp. Von dort ist es laut der Zeitung durch einen Beamten über einen Twitter-Account in die Öffentlichkeit gelangt. Mittlerweile ist das Video auf Twitter wieder gelöscht.

Der Tagesspiegel hat aber den Zeugen gesprochen, der das Video gemacht hat. Er sagt, er habe es nie irgendwo hochgeladen – sondern direkt der Polizei gegeben. Ein Beamter wollte es demnach per WhatsApp zugeschickt bekommen – eigentlich unüblich für die Beweissicherung. Erst danach sei das Video im Netz aufgetaucht.

Nun muss sich die Berliner Polizei erklären: Wie gelangte das Beweisvideo aus den laufenden Ermittlungen an die Öffentlichkeit? Der Polizeisprecher sagte dem "Tagesspiegel": "Wir nehmen den Verdacht sehr ernst und werden ihn rückhaltlos aufklären."


Gerechtigkeit

Unter Trump: US-Justiz schwächt heimlich Definition von häuslicher Gewalt ab
"Rückkehr in die Sechziger"

Missbrauch und Gewalt in Ehe und Familie sind immer noch weit verbreitet. Viele Taten werden – auch im Westen – nicht immer hart verfolgt. In Deutschland zum Beispiel wurde Vergewaltigung in der Ehe erst 1997 unter Strafe gestellt. 

Dass häusliche Gewalt als solche anerkannt wurde, war vor allem für die Rechte von Frauen ein großer Schritt.

In den USA unter Präsident Donald Trump geht es in Sachen Frauenrechte nun einen Schritt zurück – denn das US-Justizministerium hat heimlich seine Definition häuslicher Gewalt abgeändert.

Häusliche Gewalt wird nur noch rein körperlich als Gewalt anerkannt – seelische, sexuelle, psychische oder auch ökonomische Gewalt zählen nicht mehr. Diese Punkte waren noch unter Ex-Präsident Barack Obama Teil der Definition häuslicher Gewalt auf der Website des US-Justizministeriums. 

Unter Donald Trump wurden sie nun gestrichen. Auch den Zusatz, dass häusliche Gewalt jede und jeden treffen, ungeachtet von Herkunft, sexueller Sortierung oder Geschlecht, gibt es nicht mehr.

Verkündet oder erklärt hat die Trump-Administration diese Neudefinition nicht. Die US-Seite Slate hat sie entdeckt, auch der britische "Independent" berichtete darüber. Demnach wurde die Änderung bereits im April vergangenen Jahres vorgenommen, fiel aber erst jetzt auf.