Drei Fragen zu den Plänen der BVG

Obdachlose sollen auch künftig im Winter in Berliner U-Bahnhöfen übernachten dürfen – allerdings nur in ungenutzten Stationen oder an toten Gleisen. In den vergangenen Jahren hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stets sogenannte "Kältebahnhöfe" Tag und Nacht offen gelassen, um Obdachlose ohne Schlafplatz vor dem Erfrieren zu retten. Zwischenzeitlich war es fraglich, ob die BVG auch diesen Winter Bahnhöfe für Obdachlose öffnet (bento).

Was soll sich jetzt ändern?

Obdachlose sollen diesen Winter nicht mehr in U-Bahnhöfen übernachten, in denen Züge fahren und in denen die Leitungen an den Gleisen Starkstrom führen, berichtet die "Berliner Morgenpost". Stattdessen will die BVG ungenutzte Bahnhöfe aufmachen, die auf Vorrat gebaut wurden. Auch tote Gleise an genutzten Bahnhöfen sollen geprüft werden. Insgesamt gebe es insgesamt 38 solche Bahnhofsflächen in Berlin. Welche letztendlich als Notfallschlafplatz von Obdachlosen genutzt werden dürfen, ist noch nicht entschieden. 

Der U-Bahnhof Rosenthaler Platz bei Nacht, das Foto wurde im vergangenen Jahr aufgenommen.

(Bild: imago/PEMAX)

Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach sagte, sie sei der BVG sehr dankbar, dass man auch für diesen Winter eine Lösung gefunden habe. Die Stadt will zudem Dixi-Toiletten vor den jeweiligen Bahnhöfen platzieren, um die Hygiene zu verbessern. 

Außerdem soll mit Flyern auf sechs Sprachen auf reguläre Notübernachtungsstellen hingewiesen werden. Menschen aus osteuropäischen EU-Staaten, die einen Anspruch auf Hilfe und Unterbringung haben, wüssten davon oft nichts und schliefen deshalb in den U-Bahnhöfen. (Berliner Morgenpost)

Weshalb dürfen Obdachlose nicht mehr in regulär genutzten Bahnhöfen übernachten?

Im vergangenen Jahr waren die Stationen Südstern und Lichtenberg als Kältebahnhöfe Tag und Nacht für Obdachlose geöffnet. Die Situation habe sich jedoch im vergangenen Winter zugespitzt – statt bislang vier oder acht Obdachlosen habe es nun mehrere Dutzend Menschen in den Bahnhöfen gegeben, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner im September zu bento

Es sei zu Konflikten gekommen, eine Person sei ins Gleisbett gefallen – wo auch nachts Starkstromeingeschaltet ist. In solchen Situationen herrscht also Lebensgefahr.

Deshalb sollen jetzt Stationen geöffnet werden, wo so etwas nicht passieren kann. Der BVG geht es aber auch um das Bild in den Bahnhöfen: Kundinnen und Kunden hätten "einen Anspruch darauf, dass sie morgens in einen Bahnhof kommen, der sich in einem vertretbaren Zustand befindet", hatte der Pressesprecher zum rbb gesagt.

Wie ist die Situation von Obdachlosen in Berlin?

Seit Jahren steigt in Berlin die Zahl der Menschen, die keine Unterkunft haben. Seit 2014 hat sich ihre Zahl vervierfacht. Im Jahr 2017 waren es laut Senatsverwaltung für Soziales rund 37.000. Darunter sind aber auch Menschen, die etwa bei Freunden unterkommen oder in Wohnheimen, Hostels oder Kriseneinichtungen leben. (rbb

Laut Sozialsenatorin Breitenbach gebe es eigentlich genügend Plätze in der Berliner Kältehilfe. Die Kapazität sei im vergangenen Winter auf 1000 Betten aufgestockt worden – es seien aber nur 85 Prozent davon belegt gewesen. (Berliner Morgenpost)


Streaming

Ein "Tom und Jerry"-Spielfilm soll ins Kino kommen – mit echten Schauspielern
Wissen zum Mitreden

Wenn neue Ideen rar werden, muss man eben auf Altbewährtes zurückgreifen. Das zeigt das Kino schon länger. Neben Verfilmungen alter Marvel- und DC-Comichefte, Reboots von früher schon mal erfolgreichen Filmen wie "Friedhof der Kuscheltiere" oder "Drei Engel für Charlie", kommen auch alte Kinderserien auf die große Leinwand. 

Nach "Den Schlümpfen" und "Space Jam 2" entsteht jetzt ein "Tom & Jerry"-Spielfilm.

Ein "Tom & Jerry"-Film, okay. Aber als Spielfilm?

Anscheinend schon. US-Regisseur Tim Story ("Fantastic Four" und demnächst auch "Shaft" mit Samuel L. Jackson) soll die Zeichentrickfiguren "Tom und Jerry" auf die Kinoleinwand bringen. Das berichtet "Hollywood Reporter". 

Das Studio Warner Bros. plane eine Verfilmung mit echten Schauspielern – wer dabei sein wird, steht allerdings noch nicht fest. 

Wahrscheinlich wird es ähnlich wie bei den neuen "Schlümpfe"-Verfilmungen und "Space Jam" ein Mix aus Schauspielern und animierten Figuren sein.

Gab es nicht schon mal einen "Tom & Jerry"-Kinofilm?

Das stimmt, 1992 gab es schon einmal einen Kinofilm mit den beiden – allerdings einen Zeichentrickfilm, der schon längst in Vergessenheit geraten ist.

Die Verfolgungsjagden von Kater Tom und Maus Jerry waren ab 1940 in kurzen Zeichentrickepisoden zu sehen, von denen mehrere sogar mit einem Oscar ausgezeichnet wurden.

In Deutschland lief die Serie unter anderem im ZDF und auf ProSieben, Udo Jürgens steuerte das Titellied "Vielen Dank für die Blumen" bei.