Bild: 120dB
Und haben nach den ersten "Nazis raus"-Rufen wieder aufgegeben.

Rechtsextreme haben am Montag versucht, eine "MeToo"-Veranstaltung in Berlin zu stören. Im Rahmen des Berlinale-Filmfestes hatten mehrere Verbände zu einer Diskussion zum Thema sexuelle Belästigung in der Filmbranche geladen.

Mehrere Aktivistinnen der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Identitären rannten während der Diskussion auf das Podium. Die Frauen rollten ein Transparent aus mit der Botschaft "Die Stimme der vergessenen Frauen #120db". Gleichzeitig schmissen sie Sirenen an und warfen Flyer ins Publikum. 

Nach den ersten "Nazis raus"-Rufen aus dem Publikum verpuffte die Aktion.

Hier sind einige Sekunden der Aktion zu sehen:

Was hat es mit dem Hashtag #120db auf sich?

Dahinter steckt eine Aktion der Identitären. Die 120 Dezibel sollen an die Lautstärke einer Taschensirene erinnern, die Menschen bei sich tragen, um sie in der Not bei Überfällen anzumachen. 

Die Rechten behaupten, sich damit für Frauenrechte einzusetzen. Laut der Kampagne gehen die meisten sexuellen Übergriffe auf Frauen von Ausländern aus – indem Deutschland seine Grenzen für Flüchtlinge öffne, "importiere" es Gewalt.

Tatsächlich ist die Behauptung gelogen – dahinter steckt bloßer Rassismus. 

Was stimmt: Seit mehr Flüchtlinge in Deutschland sind, werden von ihnen statistisch auch mehr Straftaten begangen. 

  • Im Vergleich zu deutschen Männern sind Ausländer aber nicht mehr oder weniger gewalttätig. 
  • Studien und Kriminalstatistiken belegen, dass Gewalt gegen Frauen in allen sozialen Schichten verbreitet ist. 
  • Und die meisten Taten werden von Tätern aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld ;begangen.

So setzt sich Sookee gegen 120dB ein:

Die Aktion bei der Berlinale ist eine beliebte Masche der Identitären. Sie stürmen kurz einen Veranstaltungsort – machen Fotos – und sind wieder weg. Später verbreiten sie im Netz die Aufnahmen und feiern den Moment als großen Erfolg. 

Die Kampagne 120dB wurde von Martin Sellner aus Wien gestartet. Er ist eine Art Vorzeige-Identitärer. Auf seinen Namen ist die Website der Kampagne registriert.

Der Verfassungsschutz sieht bei den Identitären Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Was es besonders gefährlich macht: Die Anhänger inszenieren sich als liebe Hipster, auf Bildern und im Netz sieht ihre gestrige Haltung stets modern aus.


Today

"Big Bang Theory"-Star setzt sich in wütendem Appell für strenge Waffengesetze ein
"Sagt Ja zu zivilem Ungehorsam!"

In den USA hat es einen Amoklauf an einer Schule geben. Schon wieder. In Florida tötete ein 19-Jähriger vergangene Woche 17 Menschen. Doch dieses Mal bleibt es nicht bei der Trauer – denn viele junge Menschen in den USA sind voller Wut. (bento)

Auch Mayim Bialik, die Amy Farrah Fowler aus "The Big Bang Theory", hat genug davon. In einem emotionalen Videostatement auf Facebook richtet sie sich nun an Politiker, die immer wieder wegsehen und die Gefahr von Schusswaffen klein reden: