Bild: EPA/Daniele Bennati
Er reiste mit dem Zug von Berlin über Frankreich nach Italien.

Nach dem Tod des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Anis Amri ist ein Video aufgetaucht, dass dessen Nähe zum "Islamischen Staat" belegen soll. Die IS-nahe Nachrichtenagentur "Amaq" hat das Video am Freitag im Netz verbreitet. Zuvor hatte das italienische Innenministerium bestätigt, dass Amri in der Nacht zum Freitag bei einer Polizeikontrolle in Mailand erschossen wurde.

Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört Amri dem IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue. Danach sagt er, er wolle Anschläge verüben, um die Luftschläge westlicher Staaten im Nahen Osten zu rächen – und "Schweine-Esser" töten. Das Video wurde am Nordhafen in Berlin-Moabit aufgenommen.

Die Aussagen im Video zeigen, dass Amri tatsächlich Kontakte zum IS hatte. Die Terrormiliz hatte den Anschlag in Berlin für sich beansprucht. Sie zeigen aber auch, dass Amri eher vom IS zu seiner Tat inspiriert wurde, aber eigenständig handelte – und nicht, dass der IS den Anschlag tatsächlich geplant hat.

Amri wird verdächtigt, den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz verübt zu haben. Bei der Lkw-Attacke kamen am Montagabend zwölf Menschen ums Leben, Dutzende wurden zum Teil schwer verletzt. Am Mittwoch begannen die Behörden, öffentlich nach Amri zu fahnden.

Amri konnte nach Italien fliehen. Dort fiel er bei einer Routinekontrolle am Freitag auf und wurde von Polizisten getötet, als er das Feuer auf sie eröffnete. Das bestätigte der italienische Innenminister Marco Minniti: "Der Getötete ist ohne Zweifel Anis Amri." Die italienischen Behörden identifizierten den Toten anhand der Fingerabdrücke, die in Italien von Amri gespeichert waren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach am Freitag, Abschiebungen von Flüchtlingen nach Nordafrika "deutlich" zu beschleunigen. Auch die Zusammenarbeit der Länder müsse besser werden: "Dort wo Bedarf für politische oder gesetzliche Veränderungen gesehen wird, werden wir notwendige Maßnahmen in der Bundesregierung zügig verabreden und umsetzen", sagt die CDU-Vorsitzende.

Das ist über Amris Flucht und seinen Tod bekannt:
  • Amri ist dem Mailänder Antiterrorchef Alberto Nobili zufolge mit dem Zug nach Italien gekommen. Er sei aus Frankreich, aus Chambéry in Savoien, nach Turin gereist und dann nach Mailand gefahren. Dort kam er gegen 1 Uhr nachts an.
  • Amri fiel der Polizei morgens gegen 4 Uhr bei einer Routinekontrolle auf dem Platz des 1. Mai im Stadtteil Sesto San Giovanni im Norden von Mailand auf.
  • Beamte forderten ihn auf, seinen Ausweis zu zeigen. Er habe "Allahu Akbar" gerufen und dann auf zwei Beamte geschossen. Die Polizisten erwiderten das Feuer und trafen Amri tödlich.
  • Einer der Polizisten wurde bei dem Einsatz verletzt. Er schwebt nicht in Gefahr, sagte die italienische Polizei am Freitag.
(Bild: SPIEGEL ONLINE)
Was wir sonst noch sicher über Amri wissen:
  • Anis Amri wurde 24 Jahre alt und kommt aus der tunesischen Kleinstadt Waslatia, auch Oueslatia geschrieben ("Al-Chourouk").
  • Er ist als Migrant im Juni 2015 nach Deutschland gekommen. Im Juli 2016 wurde Amri als Asylbewerber abgelehnt, bestätigte NRW-Innenminister Ralf Jäger am Mittwoch (bento).
  • Die Abschiebung schlug fehl, weil Ausweispapiere fehlten. Tunesien habe laut Jäger bestritten, dass Amri tunesischer Staatsbürger sei. Am Mittwoch hätten deutsche Behörden dann die Dokumente erhalten.
  • Sicherheitsbehörden hatten Amri als "Gefährder" beobachtet. Zwischen März und September 2016 wurde er überwacht, teilte der Berliner Generalstaatsanwalt mit ("Süddeutsche Zeitung"). Beamte hatten ihn observiert und seine Kommunikation überwacht – einen Anlass zum Zugriff habe es jedoch nicht gegeben.
  • Bekannt ist, dass Amri mindestens acht Identitäten benutzte. Eine dieser Identitäten gehört zu einem Ausweisdokument, das im Lkw gefunden wurde. Das Papier war nicht auf Amris richtigen Namen ausgestellt.

Es gibt noch mehr Informationen über Anis Amri nachlesen. Teilweise sind sie noch nicht bestätigt. Ein Überblick:


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