"Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf"

Letzte Woche Coca Cola, jetzt Nutella: In Berlin ist wieder ein nachgemachtes Werbeplakat aufgetaucht. Mit den Worten "Lieber braun auf's Brot als braun im Kopf" wirbt das Plakat gegen "Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AfD".

Ist das Plakat echt?

Auf Anfrage von bento betonte Ferrero, zu dem Nutella gehört, dass das Plakat nicht von der Firma aufgehängt wurde. Ähnlich wie bei der Guerilla-Aktion in der vergangenen Woche, bei der ein Plakat von Coca Cola als Werbung gegen die AfD verwendet wurde, ist auch diesmal nicht bekannt, wer für das Nutella-Plakat verantwortlich ist.

Die Facebook-Seite "Stay Behind Foundation" teilt das falsche Nutella-Plakat. Hinter der Seite steht laut "Horizont" die Initiative "Hooligans gegen Satzbau", die sich im Netz gegen Rechtsextremismus einsetzt.

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf!“ Nach Coca-Cola nun auch Nutella. #staybehindfoundation #berlin

Posted by Stay Behind Foundation on Monday, December 10, 2018

Die Nutella-Aktion hat aber offenbar nichts mit dem Coca Cola-Plakat zu tun. Die Macher des "AfDentskalendars" wollten sich zur Urheberschaft des Nutella-Plakats nicht äußern. Sie sagen nur geheimnisvoll, dass sie als Vorbild hätten dienen können: "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Guerilla-Künstler durch die Aufrufe des AFDentskalenders animiert wurden, schätzen wir als sehr hoch ein."

Wie reagiert Ferrero auf das Plakat?

Ob das Plakat hängen bleibt, ist noch unklar. Man wolle das Plakat zunächst prüfen und dann entscheiden, ob man es hängen lässt oder abnimmt, erklärt das Unternehmen auf unsere Anfrage. Diese Entscheidung müsse aber erst noch fallen. Ansonsten wollte sich das Unternehmen zunächst nicht zu dem Plakat äußern.

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Fühlen

Warum glotzen Fremde so, wenn ich sie höflich auf der Straße grüße?
Oder bilde ich mir alles nur ein?

In dem kleinen westfälischen Städtchen, aus dem ich komme, gehen die Leute gerne spazieren. Wenn ich früher dort mit meinen Eltern die Wege entlang ging, war es für mich das Größte, mit den Hunden der Passanten zu spielen. Dass ich die Tiere anfassen durfte, war für mich und ihre Besitzer selbstverständlich. Genauso, dass meine Eltern und ich jeden entgegenkommenden Menschen freundlich mit einem "Guten Tag" grüßten.

Bis heute mache ich das so. Ich grüße viele Menschen, die mir in der Öffentlichkeit begegnen. In der Regel lächle ich sie dabei an. Das ist mir wichtig – und freut auch die Anderen: Vor fünf Jahren stieg ich in den Aufzug in einem Bonner Ärztehaus. Eine ältere Dame gesellte sich zu mir. Ich lächelte sie an und sagte "Hallo". Sie lächelte zurück. In der dritten Etage stieg sie aus. Als sie in der Tür stand, drehte sie sich plötzlich um und sagte: "Wissen Sie, für Sie ist das nur ein flüchtiges Lächeln, aber für mich bedeutet das einen ganzen Tag Freude." Klingt kitschig? Sagte sie aber tatsächlich. 

Vor allem ältere Leute reagieren so positiv. In meiner Generation hingegen kommt es mir so vor, als sei Fremde grüßen nicht besonders angesagt. Gleichaltrige sind eher irritiert, wenn ich sie anlächele oder "Hallo" sage. "Kenn ich die?!", lese ich aus ihren Gesichtern.

Warum habe ich das Gefühl, irre oder Hippie zu sein, weil ich Fremden "Hallo" sage?

Mein Eindruck: Außer mir macht das kaum jemand meiner Generation. In meinem Ohr höre ich meine westfälische Oma schimpfen: