Bild: Paul Zinken/dpa

Drogen, vögeln, durchfeiern: Das Berghain ist nicht für gediegenes Beisammensein bekannt, sondern für Exzess – jeder Art. Dadurch ist es schließlich berühmt geworden. 

Oder eher berüchtigt? 

Die Berliner AfD-Politikerin Sibylle Schmidt war der Meinung, das Berghain übertreibt es mit dem Feiern – und wollte es in seiner jetzigen Form verbieten.

Doch nun hat Schmidt ihren Antrag zurückgezogen. 

"Die AfD ist keine Verbotspartei", begründete der Sprecher des AfD-Landesverbands den Schritt. Ein Grund für den Rückzug könnten die Reaktionen im Netz sein. Denn mit ihrem Antrag legte sich Sibylle Schmidt nicht nur mit dem Berghain an, sondern auch mit sehr vielen Menschen: mit Fans des Berghain, Fans von Freiheit und Exzess und Leuten, die einfach nur die AfD hassen. All diese antworten der Politikerin nun auf Twitter.

Manche vermuten einen simplen Grund für die Wut gegen das Berghain:

Andere sehen das Ende Berlins schon nahen:

Dieser User will Frau Schmidt daher erstmal den Club erklären:

Andere wurden durch Frau Schmidt überhaupt erst auf eine große Lücke in ihrem Leben hingewiesen:

Und überhaupt: Warum den Vorschlag nicht einfach ein wenig...umdeuten?

Einige Menschen mutmaßen, dass ein ganz anderer Grund hinter Schmidt Kampf gegen das Berghain steckt:

Die 57-Jährige ist tatsächlich Gastronomin und in Berlin ziemlich bekannt. 

16 Jahre lang war Schmidt SPD-Mitglied und sitzt seit 2016 als parteilose Abgeordnete für die AfD in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg. Doch vor wenigen Jahrzehnten sah ihre Gesinnung noch ganz anders aus.

In den 80er und 90er-Jahren war sie Punk und betrieb im Laufe der Jahre mehrere Underground-Clubs. Das "Blockschock" war eine richtige Größe im Berliner Nachtleben – das Herz der Kreuzberger Indie-Szene. 

Sibylle Schmidt war in der Hausbesetzerszene, organisierte Konzerte gegen Rechts (!), selbst "Die Ärzte" und "Die Toten Hosen" traten in ihrem Club auf. 

Drogen waren auch damals natürlich schon im Umlauf, doch ihr Hass dagegen sei vor allem durch ihren jüngsten Sohn gewachsen, der – nach Schmidts Aussage – durch den Görlitzer Park "infiziert" wurde, wie sie der taz sagte, für die sie früher mal gearbeitet hat. 

Im selben Artikel gab sie auch an, die lasche Drogenpolitik in Berlin sei ihr Grund, für die AfD in der Bezirksversammlung zu sitzen. In anderen Interviews spricht sie dagegen von ihrer Enttäuschung über die Flüchtlingspolitik und ihre Kritik am Einwanderungssystem. Ehemalige SPD-Parteikollegen sagen, sie sei "islamophob abgedriftet". (Tagesspiegel ITagesspiegel II)

Mit Material der dpa


Gerechtigkeit

Wie gefährlich sind die "Nordadler"?
Polizisten haben die rechte Vereinigung hochgenommen.

Die Homepage sieht zunächst aus wie der etwas unbeholfene Auftritt eines Wandervereins. Vom Harz ist da die Rede, schöne Bilder von nebeligen Seen werden gezeigt. 

Aber dann tauchen da Sätze über die Selbsterhaltung des Volkes und über den "germanischen Geist" auf. In einer Rubrik "Kampfgeist" wird "eine deutsche Führung im eigenen Land ohne fremden Geist" gefordert. 

Die Homepage gehört zu den "Nordadlern", einer mutmaßlichen rechtsterroristischen Vereinigung. Sie will dem Nationalsozialismus zu neuer Größe verhelfen.